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Brief von Schulleitern an Berlins Regierenden Bürgermeister: Viele Berliner Schulen ohne Hausmeister

Hausmeister helfen an entscheidenden Stellen.

Hausmeister helfen an entscheidenden Stellen.

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imago stock&people

In den ersten kalten Januartagen fielen an vielen Schulen die Heizungen aus. Oft fehlte es einfach an einer Person, die sich um die teilweise fehleranfälligen Anlagen kümmert: Es gab keinen Hausmeister.

Nun haben die Berliner Gymnasialleiter in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller Abhilfe gefordert. „Jedes Berliner Gymnasium muss täglich verbindlich von 7 bis 21 Uhr mit einem Hausmeister oder Hauswart besetzt sein“, heißt in dem Schreiben der Oberstudiendirektoren-Vereinigung, das der Berliner Zeitung vorliegt. Die Zustände seien derzeit teils katastrophal.

So ist am Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow die Stelle des Hausmeisters wegen Krankheit seit längerer Zeit unbesetzt. Der Hausmeister der benachbarten Grundschule sollte die Arbeit mitübernehmen, doch dann fielen an seiner Stammschule Heizung und Steuerung durch eine Havarie aus. Jetzt habe der Mann bei sich mehr als genug zu tun, berichtet der Vereinigungs-Vorsitzende und Schulleiter Ralf Treptow. „Objektiv kann er die Betreuung von sieben Gebäuden und zwei Sporthallen für zwei Schulen mit insgesamt mehr als 1500 Schülern niemals leisten.“

Eine Art Hausmeister-Zuständigkeitsreform

In dem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister fordern die Schulleiter so etwas wie eine Hausmeister-Zuständigkeitsreform. Bisher stellen die Bezirke die Hausmeister, je nach Bezirk sind einige Stellen unbesetzt oder wegen Dauererkrankung verwaist. Nicht immer werden die zur Verfügung stehenden Mittel tatsächlich für Hausmeister-Stellen ausgegeben. Vor Kurzem erst hat der Senat die Verantwortung für die Schulsekretärinnen und -sekretäre von den Bezirken übernommen. Nun soll das Gleiche mit den Hausmeistern geschehen, fordern die Leiter der Berliner Gymnasien.

„Die Übernahme der Mitarbeiter in den Schulsekretariaten zeigt den Weg auf – aber nur dann, wenn dem Land klar ist, dass Geld zur Ausweitung der personellen Betreuung in die Hand genommen werden muss“, formulieren die Schulleiter und fordern einen verlässlichen Personalschlüssel, abhängig von der tatsächlichen Größe einer Schule.

Beate Stoffers, Sprecherin der Bildungsverwaltung, sieht es kritisch, Hausmeister mit Schulsekretärinnen zu vergleichen. Die Bezirke seien in Berlin nun mal für die Schulbauten und die bauliche Unterhaltung zuständig, deshalb seien auch die Hausmeister dort angesiedelt. Die Sekretärinnen und Sekretäre wiederum kümmerten sich auch um das Personal, wofür wiederum die Senatsebene zuständig sei. Deshalb sei es auf jeden Fall zwingender gewesen, die Schulsekretärinnen in den Landesdienst zu überführen.

Schäden schnell beheben

Die Gymnasialschulleiter hatten bereits vor zwei Jahren ähnliche Forderungen gebenüber Müllers Vorgänger Klaus Wowereit aufgestellt. Wichtig ist ihnen auch jetzt wieder, dass die Schulen bis in den Abend für Veranstaltungen zugänglich sind und zugleich jemand darauf achtet, wer sich im Haus bewegt. So könnten auch Sachbeschädigungen besser vermieden und Schäden schnell behoben werden.


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