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Brot: In die Suppe statt in die Tonne

In Kreuzberg wird Brot nicht einfach weggeworfen. Es wird gerettet.

In Kreuzberg wird Brot nicht einfach weggeworfen. Es wird gerettet.

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Thomas Uhlemann

Altes oder hart gewordenes Brot wird häufig einfach weggeworfen. Das muss nicht sein, findet der Verein Slow Food Deutschland und will mit dem Aktionstag „Berlin rettet Brot!“ am Sonnabend auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.

Dass man aus Brot von vorgestern noch leckere Suppen oder Süßspeisen zubereiten kann, zeigen Köche und Aktivisten bei einem Kochkurs in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Gegessen wird um 12 Uhr gemeinsam an einer großen Tafel. Mit dabei sind Lea Brumsack und Tanja Krakowski von Culinary Misfits, die sich dafür einsetzen, dass auch krumme Gurken und vernarbte Möhren gegessen werden. Das Gemüse kochen sie und bieten es auf Märkten oder beim Bio-Catering an.

Es gehe darum, das Potenzial dieser „hässlichen Entlein“ zu erschließen, so die Gründerinnen. Ebenfalls am Herd steht der Aktivist Hendrik Haase, der in seinem Blog Wurstsack darauf aufmerksam macht, dass in massengefertigten Brötchen, die für sieben Cent zu haben sind, nicht selten Pestizidreste enthalten sind.

Lebensmittel mit Schönheitsfehlern

Das Brot und andere Lebensmittel für das gemeinsame Kochen wollen die Veranstalter am Freitagabend in Bäckereien und Läden einsammeln. Natürlich nur Reste und Lebensmittel mit Schönheitsfehlern. Wer will, darf auch hier mitkommen. Ab Mittwoch werden außerdem Führungen zu Mühlen und Handwerksbäckereien angeboten. In kleinen Betrieben, in denen noch viel von Hand gemacht werde, sei es leichter, Verschwendung zu vermeiden, erklärt Anke Klitzing von Slow Food. In Großbäckereien werde oft die erste Ladung Brot, die aus dem Ofen komme, weggeworfen, weil sich die Maschinen erst warm laufen müssten.

Für Donnerstagabend um 18 Uhr sind noch Plätze frei für eine Besichtigung der Bio-Bäckerei Märkisches Landbrot (Anmeldung unter brot@slowfood-berlin.de).

Zu gut für die Tonne: Berlin rettet Brot! Sa 23. Februar, 10–16 Uhr, Markthalle Neun, Eisenbahnstr. 42/43