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Berliner Zeitung | Bulgarische Armutsflüchtlinge: Wärme für ein Wochenende
31. January 2014
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Bulgarische Armutsflüchtlinge: Wärme für ein Wochenende

Das Gelände der ehemaligen Eisfabrik an der Köpenicker Straße.

Das Gelände der ehemaligen Eisfabrik an der Köpenicker Straße.

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dpa

Berlin -

Für die mehr als 30 Bulgaren, die Ende Dezember die ehemalige Eisfabrik in Mitte räumen mussten, gibt es noch keine unbefristete Unterbringung. Das teilte die Senatsverwaltung für Soziales am Freitag mit. Anders als von Unterstützern der Bulgaren behauptet, sei ihnen kein Dauerquartier in einem Wohnheim versprochen worden, sagte Behördensprecherin Constance Frey. Eine Gruppe der Obdachlosen war am Donnerstag mit ihren Unterstützern in die Sozialverwaltung eingedrungen und hatte dort von Senator Mario Czaja (CDU) eine feste Bleibe gefordert. Czaja sorgte mit der Evangelischen Kirche dafür, dass die Bulgaren übers Wochenende in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg unterkommen. Pfarrer Peter Storck sagte, er habe die Zusage der Sozialverwaltung, dass diese an einer Dauer-Lösung für die erschöpften Menschen arbeite.

Wie eine solche Lösung aussehen kann, werde jetzt mit den Bezirken beraten, so Sprecherin Frey. Grundlage sei eine Liste mit den Namen und Geburtsdaten. Laut Sozialgesetz entscheidet der Geburtsmonat darüber, welcher Bezirk für die Unterbringung eines Obdachlosen zuständig ist. Dass die gesamte Gruppe gemeinsam unterkommt, schloss die Sprecherin deshalb aus.

Inzwischen wurde bekannt, dass fünf der Ex-Eisfabrik-Besetzer für einige Tage Arbeit und Unterkunft in Bayern gefunden hatten. Wie die Berliner Anwältin und Grünen-Politikerin Canan Bayram mitteilte, will die Gruppe aber am Wochenende wieder zurück nach Berlin kommen. Die angebotene Arbeit in der bayerischen Dachdeckerfirma sei leider „wenig seriös“ gewesen, sagte sie der Berliner Zeitung. (mit dpa)