blz_logo12,9

Bundes-Immobilien in Berlin : Diese Häuser und Grundstücke sollen verkauft werden

Verkauf geplant: Die Kleingartenkolonie Am Flughafen liegt am Columbiadamm nördlich des Tempelhofer Feldes. Der Bund will das 46 120 Quadratmeter große Areal bis zum Jahr 2018 verkaufen.

Verkauf geplant: Die Kleingartenkolonie Am Flughafen liegt am Columbiadamm nördlich des Tempelhofer Feldes. Der Bund will das 46 120 Quadratmeter große Areal bis zum Jahr 2018 verkaufen.

Foto:

Gerd Engelsmann

Wohnungen, Einfamilienhäuser, Kleingärten, Baugrundstücke, eine Insel, ein Kaufhaus und ein Tennisclub – so vielfältig ist das Angebot an Immobilien, die der Bund in den nächsten Jahren in Berlin verkaufen will. Der Berliner Zeitung liegt die bisher noch unveröffentlichte Liste der Liegenschaften vor, von denen sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Bundesvermögen verwaltet, bis 2018 trennen will. Es ist ein gutes Stück Berlin.

Durch den Verkauf der Immobilien erhofft sich der Bund Einnahmen in Millionenhöhe. Von 2014 bis 2018 sollen insgesamt 388 Millionen Euro in die Kasse kommen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Berliner Bundestagsabgeordneten Lisa Paus (Grüne) hervorgeht. Mit 89 Millionen Euro will die Bima in diesem Jahr die höchste Summe erwirtschaften.

Wohnungen in Reinickendorf, Kladow und Wedding

Dass die Bima 1 700 ihrer 5 400 Wohnungen in Berlin verkaufen will, ist nicht neu, doch nun liegt die konkrete Liste aller Adressen vor. Zu den größten Verkaufsangeboten gehört die Cité Foch Nord, eine ehemalige Wohnsiedlung der Franzosen in Reinickendorf mit 471 Wohnungen. In der Kafkastraße in Kladow, nahe der Blücherkaserne, will sich der Bund von 112 Wohnungen trennen. Und an der Themsestraße sowie der Londoner Straße in Wedding wird für 84 Wohnungen ein neuer Besitzer gesucht.

Darüber hinaus stehen etliche Einfamilienhäuser und Villen auf der Verkaufsliste. Sie liegen unter anderem in der Schützallee in Zehlendorf und rund um die Heerstraße in der Nähe des Olympiastadions. Ein ganz besonderes Angebot findet sich in Treptow-Köpenick. Dort soll die Insel Schilfwall verkauft werden, ein 3 370 Quadratmeter kleines Eiland inmitten der Müggelspree. In der Nähe des Flughafens Tegel wird ein neuer Eigentümer für eine Tennisanlage am Kurt-Schumacher-Damm gesucht. Das Sportareal hat eine Größe von stattlichen 10 308 Quadratmetern. Nicht weit davon entfernt soll in der Rue du Dr. Roux ein Kaufhaus verkauft werden. Es ist Teil der Cité Pasteur, einer ehemaligen Siedlung der französischen Alliierten.

Besonders umfangreich sind die Kleingartenflächen, von denen sich der Bund trennen will. Zu den größten gehören die Kolonie Am Flughafen in Tempelhof mit rund 46 000 Quadratmetern, eine Anlage an der Heerstraße in Spandau mit rund 49 000 Quadratmetern sowie die Parkkolonie an der Goerzallee in Lichterfelde mit rund 68 000 Quadratmetern.

Kritik am Wohnungs-Leerstand

Auffällig dabei ist, dass viele Bundeswohnungen derzeit leer stehen. Von den 5 400 Wohnungen sind 302 unvermietet. Das entspricht einem Anteil von etwa 5,5 Prozent und ist ein eher hoher Leerstand für die Stadt. Zum Vergleich: Bei den Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen beläuft sich der Leerstand auf zwei Prozent.

Die Bima erklärte auf Anfrage, die kontinuierliche Senkung des Leerstandes sei ein vorrangiges Ziel. Um einen zügigen Abbau der Leerstände zu erreichen, seien „die Marketing- und Vermietungsaktivitäten intensiviert“ worden. Darüber hinaus gebe es bauliche Maßnahmen, um die Vermietungsfähigkeit herzustellen. Die Grünen-Abgeordnete Paus warf dem Bund vor, er habe die Immobilien über Jahre vernachlässigt.

Die umfangreiche Liste von Immobilien, die der Bund in den nächsten Jahren verkaufen wolle, zeige, wie wichtig es sei, dass die Bima als verantwortungsvoller Verkäufer auftrete. Sie müsse von Verkäufen zum Höchstpreis wegkommen. Paus: „Der Staat ist für das Gemeinwohl verantwortlich.“