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BVG-Regeln: Döner im Bus ist verboten - was ist denn erlaubt?

Berliner Nationalgericht: Döner Kebab

Berliner Nationalgericht: Döner Kebab

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imago/Stefan M Prager

Der Berliner und sein Döner, das ist eine Liebesgeschichte, seitdem der Fleischsnack hier erfunden wurde. Jetzt hat die Vorliebe für Kalbfleisch im Brötchen einen hungrigen Mann in eine handfeste Auseinandersetzung verwickelt.

Der 57-Jährige wollte seine Zwischenmahlzeit am Mittwochabend kurz nach 18 Uhr in einem BVG-Bus verdrücken, was ihm der zuständige Busfahrer aber verwehrte. Im Polizeibericht hieß es später, der Fahrer habe dem Fahrgast mitgeteilt, er solle wegen seines „tropfenden Lebensmittel“ draußenbleiben. Jeder, der länger als zwei Wochen in dieser Stadt lebt, kann sich in etwa vorstellen, was vermutlich wirklich gesagt wurde. Der Döner-Gourmet drängelte dennoch in den Bus. Dieser fuhr den Wilhelmsruher Damm entlang zur nächsten Haltestelle, wo sich der Streit schließlich zuspitzte.

Busfahrer beleidigt und geschlagen

Der Fahrgast, sagt der Busfahrer, habe ihn beleidigt und versucht, ihn zu schlagen. Schließlich wurde die Polizei geholt, die den renitenten Mann kurzerhand aus dem Bus trug. Er hat nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, versuchter Körperverletzung und Beleidigung am Hals. Und in der Hauptstadt wird diskutiert, was im öffentlichen Nahverkehr essenstechnisch geht und was nicht.

Ein Blick in die Beförderungsbedingungen des Berliner Verkehrsbundes zeigt: Essen und Trinken ist in Bahn, Bus und Tram grundsätzlich verboten. Man darf sie mit „offenen Speisen (Speiseeis o. Ä.) und offenen Getränken“ noch nicht mal betreten.

BVG-Sprecherin Petra Reetz relativiert diese klare Ansage: „Niemand wird einem Baby den Keks aus der Hand drehen“, sagt sie. „Wer aber einmal im Bus eine Vollbremsung erlebt hat, weiß, was offene Lebensmittel auf dem Mantel des Vordermannes anrichten können.“ Die Busfahrer versuchten daher, solche heiklen Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Und müssen deshalb andere heikle Situationen in Kauf nehmen.

Wobei der allgemeine Sittenverfall ihren Job nicht einfacher macht. Stichwort Wegbier. Alkohol ist in den Beförderungsrichtlinien nicht explizit verboten, er fällt unter die „offenen Getränke“. Sicherheitshalber hat die BVG das Logo mit der durchgestrichenen Flasche vor einem Jahr aber noch mal mit einem Promille-Zeichen versehen. Damit kein Fahrgast sagen kann, er habe nicht gewusst, worauf er sich einlässt.