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BVG und DB prüfen U 1-Verlängerung: Erste Ideen für U-Bahn zum Ostkreuz

Die U1 könnte künftig bis zum Ostkreuz fahren.

Die U1 könnte künftig bis zum Ostkreuz fahren.

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blz/Markus Wächter

Die U-Bahn-Fans wollen Pflöcke einschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Deutsche Bahn (DB) prüfen, ob während der jetzigen Bauarbeiten am S-Bahnhof Warschauer Straße vorsorglich Fundamente für Stützen gesetzt werden könnten. Es wären Stützen für die Hochbahn, auf der die Züge der U-Bahn-Linie U 1, die heute noch an der Warschauer Straße enden, in Zukunft bis zum Bahnhof Ostkreuz fahren sollen.

Mit der Untersuchung wollen das Landes- und das Bundesunternehmen ihrem Gemeinschaftsprojekt neuen Schwung geben. Für seinen Plan, das Ostkreuz mit einem U-Bahn-Anschluss zu versehen, hatte der damalige DB-Konzernbevollmächtigte Ingulf Leuschel 2014 die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta für sich eingenommen. Wenn die U 1 zu dem Bahnknotenpunkt im Osten verlängert würde, könnte dies vielen Fahrgästen zusätzliche Direktverbindungen bescheren, sagte Leuschel. Das Ostkreuz, nun auch ein zunehmend wichtiger Regionalbahnhof, würde weiter aufgewertet.

Schwindende Sympathie bei Geisel

Anfangs zeigte sich Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) wohlwollend. Doch dem Vernehmen nach ist die Sympathie inzwischen geschwunden. Wie der Fahrgastverband IGEB, so halten auch Planer der Verwaltung die U-Bahn-Verlängerung in Friedrichshain derzeit für verzichtbar. Andere Schienenverkehrsprojekte wären wichtiger – vor allem Erweiterungen des Berliner Straßenbahnnetzes.

Der Senat beobachtet, wie BVG und DB weiter vorgehen – und wie die gemeinsame Untersuchung zu den Stützbauwerken ausgeht. „Mit Ergebnissen ist im Frühjahr 2016 zu rechnen“, teilte Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Jutta Matuschek hin mit.