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Charité-Affäre: Zweifel an Missbrauchs-Vorwurf

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Blick in die Rettungsstelle des Virchow-Klinikums in Wedding. In diesem Gebäude soll die 16-Jährige sexuell missbraucht worden sein.
Blick in die Rettungsstelle des Virchow-Klinikums in Wedding. In diesem Gebäude soll die 16-Jährige sexuell missbraucht worden sein.
Foto: Imago/Mania Elsässer

Das Mädchen, das einen Pfleger der Charité des Missbrauchs bezichtigt hat, soll schon mal falsche Beschuldigungen erhoben haben. Zu den Vernehmungs-Terminen im Landeskriminalamt ist sie bisher nicht erschienen.

Hat sich die 16-jährige Schülerin den sexuellen Missbrauch ausgedacht? Drei Wochen nachdem eine Jugendliche im Virchow-Klinikum der Charité von einem Pfleger sexuell missbraucht worden sein soll, gibt es in den Sicherheitsbehörden erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mädchens.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass die heute 16-Jährige im Jahre 2008 zu Unrecht einen Sozialarbeiter des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hat. Der Sozialarbeiter, der in der Neuköllner Schule arbeitete, in der das Mädchen unterrichtet wurde, hatte sie beim Schwänzen erwischt und aufgefordert, in die Klasse zu gehen. Daraufhin behauptete das Mädchen, das aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommt, von dem Mann sexuell missbraucht worden zu sein. Später erklärte sie der Schulleitung, dass sie sich das alles nur ausgedacht habe. Gegen den Sozialarbeiter wurde nicht ermittelt.

Möglicherweise, so die Polizei, habe die Schülerin jetzt wieder gelogen. Die 16-Jährige aus Neukölln hatte, wie berichtet, nach einer Untersuchung in der Rettungsstelle des Krankenhauses in Wedding ihrem Vater berichtet, dass ein Pfleger ihr beim Ausziehen geholfen und sie dabei im Intimbereich berührt habe. Anders als in solchen Fällen üblich, verzichteten das Mädchen sowie deren Eltern auf eine Anzeige bei der Polizei. Sie informierten lediglich die Krankenhausleitung. Der 58-jährige Pfleger wurde daraufhin mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Außerdem wurde er bei der Polizei angezeigt. Ihm soll jetzt gekündigt werden. Beweise für die Tat gibt es jedoch nicht.

Ermittler begründen ihre Zweifel an dem angeblichen Missbrauch auch damit, dass das Mädchen sowie deren Eltern bisher nicht zu den vereinbarten Terminen im Landeskriminalamt erschienen sind und deshalb noch nicht als Zeugen befragt werden konnten. Über Tage hinweg war die Familie nicht zu erreichen. Sie ließen die Treffen wegen eines angeblichen Arzttermins sowie einer Erkrankung in der Familie platzen. In der kommenden Woche ist erneut ein Termin zur Befragung des Mädchen vereinbart worden.

Bisher wurden keine Spuren nachgewiesen

Trotz der Zweifel an der Glaubwürdigkeit heiße das jedoch nicht, dass der Fall nicht ernst genommen werde. Jedoch könne erst nach der Vernehmung weiter ermittelt werden, hieß es im Landeskriminalamt. Erschwert werden die Ermittlungen auch deshalb, weil bisher keine Spuren des Missbrauchs nachgewiesen werden konnten. Die Charité hatte nach Bekanntwerden des Vorfalls darauf verzichtet, die Polizei zu informieren. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zu den Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Opfers nicht. „Es ist ein laufendes Verfahren. An Spekulationen beteiligen wir uns nicht“, sagte Justizsprecher Martin Steltner am Mittwoch dieser Zeitung .

Wegen der fehlenden Beweise gehen Ermittler davon aus, dass das Verfahren gegen den Krankenhauspfleger eingestellt wird. Solange das Mädchen sich zur Tat nicht äußert, kann der Pfleger nicht mit den Vorwürfen konfrontiert werden, sagen Fahnder.

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