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Charlottenburg: Große Pläne für die verlängerte Hertzallee

„Ein Teppich aus Basaltmosaik“ und „ein Band aus Granitsteinplatten“ – so wird der Siegerentwurf beschrieben. Dafür gibt’s 5.750 Euro Preisgeld.

„Ein Teppich aus Basaltmosaik“ und „ein Band aus Granitsteinplatten“ – so wird der Siegerentwurf beschrieben. Dafür gibt’s 5.750 Euro Preisgeld.

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LAVALAND GmbH, Berlin & TH Trei

Die Hertzallee in der City-West? Das ist doch diese wenig attraktive Straße hinterm Bahnhof Zoo mit dem BVG-Bushof. Schon die 2005 eröffnete Volkswagen-Bibliothek an der Kreuzung Fasanenstraße wird vielen Berlinern kein Begriff sein. Dabei geht die Hertzallee noch über die Fasanenstraße hinaus bis zum Ernst-Reuter-Platz. Da die verlängerte Hertzallee – so der informelle Name für die ehemalige Kurfürstenallee – aber im weiteren Verlauf eine holprige, verkehrsberuhigte und mit einem Zaun und einer Schranke verschlossene Gasse zwischen Technischer Universität (TU) und Universität der Künste (UdK) ist, wird sie fast nur von Uni-Angehörigen genutzt. Alle anderen laufen die Hardenbergstraße entlang, wenn sie vom Bahnhof Zoo zum Ernst-Reuter-Platz wollen.

Autofreie Straße als Verbindung der Campi

Damit sich das ändert, sollen Zaun und Schranke an der Fasanenstraße weg, sowieso vieles neu werden und dadurch der geplante Campus Charlottenburg Gestalt annehmen. Architektin Laura Vahl, übrigens eine frühere TU-Studentin, hat mit ihrem Entwurf einen Wettbewerb für die Umgestaltung der verlängerten Hertzallee gewonnen. Sie plant eine auf den ersten 200 Meter komplett autofreie, fußgänger- und radfahrer-freundliche Straße, die nicht nur die beiden Universitäten miteinander verbindet, sondern auch Uni-Fremde zum Spazierengehen einlädt. Später soll dann die Verbindung hin zum Ernst-Reuter-Platz gestaltet werden.

Mit dem Neubau wollen Senat, Bezirk und Universitäten die öffentliche Wahrnehmung der Unis verbessern, den Campus zur Stadt hin öffnen, den Blick auf eine 130 Jahre alte, international renommierte Universität mit architektonisch herausragenden Gebäuden und einer Menge Grün drumrum mitten in der City-West öffnen. „Andere Großstädte würden sich die Finger danach lecken“, sagt Charlottenburgs Baustadtrat Marc Schulte (SPD).

Eröffnung für 2016 geplant

Doch ein städtebaulich und architektonisches Ärgernis wird bleiben. Am westlichen Ende versperrt das Institut für Bergbautechnik und Hüttenwesen den Zugang zum Ernst-Reuter-Platz, ein hässlicher grauer Klotz, um den man herumgehen muss.

„Eigentlich müsste das Ding ja weg“, sagt Schulte, „doch es steht unter Denkmalschutz“. Mittlerweile habe man aber mit der TU vereinbart, dass sie die Sichtachse hin zum Platz öffnet, in dem das Erdgeschoss des Instituts verglast wird, so dass man vom Ernst-Reuter-Platz zumindest dahinter eine Straße erahnt. In den Glaspavillon soll ein Café einziehen.

Doch so weit die Planungen noch lange nicht. Zunächst haben Bezirk und Land beim Bund eine Millionen Euro Fördermittel für den Umbau des ersten Teilbereichs der verlängerten Hertzallee beantragt. Geht alles nach Plan, könnte noch im Jahr 2016 Eröffnung gefeiert werden.



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