Neuer Inhalt

Club Weydehochdrei: Neuer Club in Oberschöneweide hat viel vor

Esther Harrison im größten Raum des Clubs. Noch wird dort gearbeitet, am Sonnabendabend ab 23 Uhr legen DJ’s auf, darunter auch Rocko Garoni vom Sisyphus.

Esther Harrison im größten Raum des Clubs. Noch wird dort gearbeitet, am Sonnabendabend ab 23 Uhr legen DJ’s auf, darunter auch Rocko Garoni vom Sisyphus.

Foto:

Markus Wächter

Nur ein Buchstabe steht auf dem kleinen Schild über der blauen Tür: W. Dort, versteckt zwischen der Auffahrt zum ehemaligen Parkhaus und einer Tiefbaufirma auf dem Hof an der Wilhelminenhofstraße 89, ist der Eingang zu Berlins jüngstem Club. Er heißt Weydehochdrei und soll am Sonnabendabend eröffnet werden. Dort soll dann regelmäßig zu Techno, House und Indie abgetanzt werden.

„Der Club ist immer sonnabends geöffnet, an den anderen Tagen sind wir ein Event- und Kulturort“, sagt Esther Harrison vom Betreiberteam. In den Räumen sollen auch Live-Konzerte und Lesungen, Firmen-Präsentationen, Bankette oder private Partys stattfinden. Mit diesen verschiedenen Standbeinen will man verhindern, dass der Club dasselbe Schicksal erleidet wie das Kiki Blofeld. Die beliebte Strandbar war im Sommer 2014 aus Mitte nach Oberschöneweide gezogen. Nach nur einer Saison schloss sie wieder, auch mangels Besuchern.

Architekten aus dem Berghain

„Nur die Musik anstellen und auf Gäste warten, das reicht nicht“, sagt Esther Harrison, die 1992 von Bayern nach Berlin zog und hier als Konzertveranstalterin arbeitet. Mit der „Weydehochdrei“ sehe man sich durchaus als Pionier in einer schwierigen Gegend, so die 41-Jährige.

Denn der einstige Industriestandort Oberschöneweide sucht seit Jahren nach einer neuen Bestimmung. Zwar zogen zahlreiche Künstler und Kreative in alte Fabrikhallen, zwar baut dort auch der kanadische Popstar Bryan Adams eine Industriehalle zum Kulturtreff um, und lernen tausende Studenten auf dem neuen Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Trotzdem dominieren noch immer Nagelstudios, Imbisse und Sonnenstudios das Straßenbild.

In den neuen Club habe man eine Summe im oberen sechsstelligen Bereich investiert, heißt es beim Eigentümer, einer Event GmbH. Entstanden ist keiner der in Berlin sonst üblichen Clubs im Holzbaracken-Stil.

Die Architekten von Karhard, die auch das Berghain gestaltet haben, setzten auf klassisches Design und klare Linien. Edel sehen die Räume aus, die in dunklem Anthrazit gehalten und insgesamt 850 Quadratmeter groß sind. Im größten Raum, der Kubik-Halle, finden bei Konzerten 220 Menschen auf Stühlen Platz. Nebenan, in die Forelle, passen etwa 70 Gäste. Forelle wird der Raum genannt, weil er schmal und langgezogen ist. Und weil sich Club-Geschäftsführer Martin Koch, ein Wiener, an die „Grelle Forelle“ in seiner Heimatstadt erinnert fühlt.

Die Clubmacher sind zuversichtlich, dass sie jenseits von Szenevierteln wie Kreuzberg erfolgreich sein werden. Vielleicht ist die Lage ja sogar ein Vorteil: Die Innenstadt sei clubtechnisch längst tot, sagt Esther Harrison. Neue Locations entstünden dort kaum noch, bestehende hätten oft Ärger mit den Nachbarn. Man sei ja auch nicht mehr alleine „so weit draußen“: „Mit dem Sisyphos in Rummelsburg und dem Funkhaus Nalepastraße wollen wir hier etwas auf die Beine stellen.“

Kontakte zu Studenten

Die Clubmacher setzen auch auf die Entwicklung im Kiez, in dem derzeit Hunderte Studentenwohnungen entstehen. Wenn so viele junge Leute erst mal dort wohnen, so ihre Hoffnung, dann werden diese auch Gäste.

Kontakte zur HTW bestünden bereits, sagt Esther Harrison: „Einige Studenten haben Ideen für unser Freigelände an der Spree entwickelt. Eine davon habe sogar Chancen auf Realisierung: Ganz im Stil der Industrie-Historie des Ortes könnten auf dem 580 Quadratmeter großen Uferstreifen Schienen verlegt werden, auf denen dann Tische und Stühle je nach Bedarf hin-und hergeschoben werden.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?