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Clubcommission Berlin will Kultur statt Shopping: Berliner Clubszene bietet einen Euro für die Mall of Berlin

Sie gehört zu den größten Einkaufszentren Berlins – die Mall am Leipziger Platz. Seit Ende September haben dort 270 Geschäfte geöffnet.

Sie gehört zu den größten Einkaufszentren Berlins – die Mall am Leipziger Platz. Seit Ende September haben dort 270 Geschäfte geöffnet.

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Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

Nicht bezahlte Arbeiter, Mängel beim Brandschutz und vergangene Woche die Insolvenz des für den Bau zuständigen Generalunternehmers – das Einkaufszentrum Mall of Berlin ist zuletzt vor allem negativ in die Schlagzeilen geraten. Das möchte die Clubcommission Berlin gern ändern. Am Montag veröffentlichte sie wohl nicht ganz ernst gemeinte Pläne, das Shoppingzentrum in ein riesiges Kulturzentrum namens „Hall of Berlin“ zu verwandeln.

Dafür möchte der Verein das Gebäude kaufen. Der gebotene Preis: ein Euro. Dieser sei ein „in Berlin in der Vergangenheit oft üblicher Handelspreis“, erklärte die Clubcommission in einer Mitteilung. Darin heißt es weiter, eine Blitzumfrage unter den über 140 Mitgliedern habe am Wochenende ergeben, dass zahlreiche Clubbetreiber und Veranstalter bereit seien, an dem Standort zu investieren und den Betrieb von Teilflächen zu übernehmen.

"Schritt gegen das Clubsterben"

„Die Übernahme der Mall of Berlin ist ein konkreter Schritt gegen das Clubsterben in Berlin“, sagt Sascha Disselkamp, Vorstandsmitglied der Clubcommission, zum Hintergrund der Aktion. So seien etwa Clubs wie die „Wilde Renate“ in Friedrichshain oder das „Sisyphos“ in Rummelsburg durch die geplante Verlängerung des A100 gefährdet.

Die Clubcommission Berlin ist ein Zusammenschluss von Club-, Party- und Kulturveranstaltern in Berlin. Zu den Mitgliedern zählt auch Dimitri Hegemann, der Gründer des stilprägenden Techno-Clubs „Tresor“, der bis 2005 an der Leipziger Straße ansässig war, dann jedoch von Investoren verdrängt wurde. „Meine Vision eines „Techno-Towers“ mit Musikkultur und Kreativwirtschaft rückt damit wieder in greifbare Nähe, sie würde an ihren Ursprungsort in Berlins Mitte zurückkehren“, begrüßte er die „Hall of Berlin“-Pläne.

Massive Probleme bei Mall of Berlin

Die erst im September eröffnete Mall of Berlin hatte in den vergangenen Wochen für zahlreiche Negativmeldungen gesorgt. Am vergangenen Donnerstag musste der von Investor Harald Huth beauftragte Generalunternehmer, die FCL Fettchenhauer Controlling GmbH, Insolvenz anmelden.

Die Außenstände bei mittelständischen Unternehmen sollen sich auf vier Millionen Euro belaufen. Zuvor hatten bereits rumänische Arbeiter wegen ausstehender Löhne demonstriert. Zudem gibt es in dem Gebäude noch Mängel bei Brandschutz, die bis zum 17. Dezember behoben sein müssen.

Eröffnung Mall of Berlin
Berlin, 25.09.2014: Eröffnung der "Mall of Berlin" am Leipziger Platz in Berlin, Besucher berichten von ihren ersten Eindrücken


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