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Comic: So kommt man ins Berghain

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Wenn sonst gar nichts geht, geht Nacktheit.

Es gibt manche Fragen zu Berlin, die jeder Hauptstadt-Besucher seinem ortskundigen Gastgeber mindestens einmal stellt: Wann wird er denn nun fertig, euer Flughafen? War Stadtteil xy damals im Osten oder im Westen? Und: Was muss man tun, um ins Berghain gelassen zu werden?

Die letzte Frage ist vielleicht die am schwierigsten zu beantwortende. Gilt die Türsteher-Riege vor dem einst zum "besten Club der Welt" gekürten Techno-Bunker doch als launischer als das Wetter im April. Dennoch gibt es Anhaltspunkte, mit denen der Berghain-Neuling seine Wahrscheinlichkeit auf Einlass deutlich erhöht - und so manch einer tratscht die Do's und Dont's gebetsmühlenartig durch die Stadt, als handle es sich um in Stein gemeißelte Gebote zum Auswendiglernen.

Illustratorin Sophia Halamoda schmunzelt über diesen Berghain-Hype. "Manche sind ja zu Tode betrübt, wenn sie nicht reingelassen werden", sagt die 29-Jährige lachend. Aus all den Berghain-Stereotypen und -Benimmregeln, die durch die Stadt wandern, hat Halamoda einen Comic gemacht.

"Die Idee kam mir an einem Sonntag, als ich mit Freunden eigentlich selbst ins Berghain wollte", erzählt Halamoda, die seit sechs Jahren in Berlin lebt und feiern geht. "Irgendwie haben wir uns dann doch dagegen entschieden, aber die Idee für die Zeichnungen war geboren."

Eigentlich verdient sich Halamoda ihr Geld mit Graphic Recording, also mit launigen Skizzen-Protokollen von Konferenzen. Die Comics sieht sie eher als privates Hobby - zumindest bisher. "Bei den Berliner Graphic Days neulich habe ich zum ersten Mal das Berghain-Comic angeboten. Am Schluss waren alle Hefte ausverkauft."

Ob das daran liegt, dass die Käufer sich einen Geheimtipp zum Reinkommen erhoffen? Kleiner Tipp jedenfalls an alle Auswendiglerner: Die Sache mit den abrasierten Augenbrauen könnte am Montag im Büro Fragen aufwerfen.