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David Bowies Album „Blackstar“: Bowie-Party ohne Bowie

Die Besucher hörten sich in den Studios das Album „Blackstar“ an.

Die Besucher hörten sich in den Studios das Album „Blackstar“ an.

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benjamin pritzkuleit

Thilo Schmied hat die Devise ausgegeben: Diese Party werde keine Trauerfeier sein. Schmied ist Chef von Music Tours, regelmäßig führt er Besucher durch die legendären Hansa Studios und kennt sich bestens mit der Berliner Musikgeschichte aus.

Schmied hat auch die David-Bowie-Release-Party am Freitagabend in den Hansa Studios organisiert. Hunderte Fans aus aller Welt feierten am dort das Erscheinen der neuen David-Bowie-Platte „Blackstar“, sie ist an diesem Freitag erschienen, ausgerechnet an Bowies 69. Geburtstag.

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Doch erst zwei Tage zuvor, am 6. Januar, ist der Chef der Hansa Studios, der Musikverleger Sven Meisel, nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 49 Jahre alt. Deshalb begann der Abend auch mit einer Eröffnungsrede, in der Thilo Schmied den Verstorbenen würdigte. „Aber wir stellen hier die Musik nicht auf halbe Lautstärke. Das hätte Sven nicht gefallen.“ Dann wurde Bowies früherer Co-Produzent Tony Visconti per Video zugeschaltet und erinnerte an die Zeit in Berlin, als sie das legendäre Album „Heroes“ hier aufnahmen.

Wundervolle Akustik

Der nun verstorbene Sven Meisel war zehn Jahre alt, als David Bowie in den Hansa Studios im Jahr 1977 das Album Heroes vollendete. Bis heute loben Musiker die wundervolle Akustik in den Aufnahmeräumen, vor allem im Meistersaal, den die Musiker auch „the big hall by the wall“ genannt haben. International bekannte Bands wie Depeche Mode, U2, REM und Nick Cave produzierten dort erfolgreiche Alben. In den Studios an der Köthener Straße gab es große Säle, in denen die Bands viel Platz hatten. So reist etwa REM mit mehr als 100 Gitarren im Gepäck an. Und auch deutsche Musiker wie Gunter Gabriel, Frank Zander, Marianne Rosenberg und Roland Kaiser nahmen in diesen Studios ihre Songs auf.

Für David Bowie begann in den Studios mit den Aufnahmen für seine Platte Heroes eine neue kreative Schaffensperiode nach einer tiefen Krise.

Das gemischte, teils schön schräg gekleidete Publikum der Record-Release-Party hörte andächtig die neue Bowie-Platte an, mit vielen eher ruhigen Stücken. Später spielte der englische Künstler Paul Henderson speziell arrangierte Bowie-Songs. Einige Fans hatten sogar damit gerechnet, dass David Bowie selbst vorbeikommet. „Wir wissen, dass Bowie Überraschungen liebt“, sagte auch Thilo Schmied. Doch gesehen wurde er nicht, das galt auch als unwahrscheinlich. Denn in New York spielte am Freitagabend Bowies langjähriger Produzent Tony Visconti. Dort sollte es angeblich auch eine Party für Bowie geben.

Fantreffen im Café

Die Bowie-Fans erwartet ein volles Wochenende in Berlin. Denn neben der Released-Party am Freitag findet am Sonnabend ein Treffen des Bowie-Fanclubs im Café am Neuen Ufer in der Hauptstraße 157 in Schöneberg statt. Früher hieß es Café Anderes Ufer, und häufig sah man dort David Bowie und Iggy Pop beisammen sitzen. Die beiden verbindet eine intensive Beziehung. Bowie begann 1976, mit Iggy Pop in den Hansa Studios zu arbeiten.

Davon kann auch der Toningenieur Eduard Meyer eine Menge erzählen. Er war als Toningenieur an den Studio-Aufnahmen von Bowie und Iggy Pop beteiligt. Am Sonntag bietet Meyer spezielle Führungen durch die Hansa Studios an. Thilo Schmied bietet an ausgewählten Terminen auch einen Bowie Walk Berlin an. Die dreistündige Route führt von den Hansa Studios bis zur Wohnung in der Hauptstraße.


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