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Demonstration in Berlin-Marzahn: 800 Anwohner und Neonazis demonstrieren gegen Flüchtlingsheim

Aufmarsch gegen die geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Marzahn.

Aufmarsch gegen die geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Marzahn.

Foto:

Björn Kietzmann

In Marzahn-Hellersdorf demonstrierten Anwohner und Neonazis am Montagabend erneut gegen ein Containerdorf. Nach Angaben der Polizei rechneten die Veranstalter mit rund 1000 Teilnehmern. Die Demonstration begann um 19 Uhr an der Franz-Stenzer-Straße, nördlich des Einkaufscenters Eastgate.

Linke Gegendemonstration in Marzahn
800 Anwohner und Neonazis demonstrierten am 8. Dezember in Marzahn gegen ein geplantes Flüchtlingsheim. 700 Gegendemonstranten stellten sich ihnen entgegen.

Am Rande kam es zu kleineren Zwischenfällen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zwei Teilnehmer der Demonstration gegen die geplanten Wohncontainer für Flüchtlinge wurden demnach von 30 Unbekannten angegriffen und mit Schlagstöcken verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus.

17 Polizisten wurden nach Angaben des Sprechers leicht verletzt. Sie blieben aber im Einsatz. Außerdem wurden zwei Gegendemonstranten vorläufig festgenommen.

800 gegen Flüchtlingsunterkunft in Marzahn

Am Ende waren es 800 Gegner der geplanten Wohncontainer für Flüchtlinge. Auch der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke machte gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft mobil. Die Stimmung war sehr aufgeladen, vor allem gegenüber Journalisten. Einige der Demonstranten riefen: "Presse auf die Fresse." Ansonsten war es meist friedlich.

Auf der anderen Seite des Einkaufszentrums Eastgate warteten gegen 18.30 Uhr bereits die Gegendemonstranten: Rund 700 Anhänger linker Gruppen sammelten sich nahe dem S-Bahnhof Marzahn. Gegen 18.45 Uhr liefen sie am Blumberger Damm, Ecke Landsberger los.

Auf ihren Plakaten waren unter anderem Sprüche wie "Kein Mensch ist illegal", "Wir heißen Flüchtlinge willkommen" und "Berlin steht auf gegen Rassismus" zu lesen.

Viele Politiker unter den Gegendemonstranten in Marzahn

Viele Politiker wie die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, und Oliver Höfinghoff (früher bei den Piraten) liefen mit. Auch Petra Pau von den Linken war dabei: "Wir demonstrieren für eine neue Flüchtlingspolitik. Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte sie am Montagabend bei der Kundgebung. Canan Bayran von den Grünen sagte: "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich der Hass gegen diese Menschen richtet."

Demonstration umgeleitet

Gegen 20.30 Uhr wurde die Demonstration Rechten umgeleitet, damit die Polizei die beiden Demonstrationszüge auseinanderhalten konnten. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit einem Aufgebot von rund 600 Beamten vor Ort, um die beiden Gruppen voneinander getrennt zu halten.

Bereits vergangenen Montag haben rund 800 Anwohner und Neonazis gegen das geplante Containerdorf für Flüchtlinge demonstriert. Von der Landsberger Allee/Ecke Blumberger Damm aus zogen die Demonstranten durch den Kiez. Die Polizei war mit rund 800 Beamten, mit Wasserwerfern und Räumpanzern vor Ort.

Die Stimmung war relativ ruhig, aber wie auch bei vergangenen Demonstrationen wurden Journalisten verbal und teilweise auch körperlich angegangen. Die Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime im Bezirk Marzahn-Hellersdorf werden nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden maßgeblich von Mitgliedern der rechtsextremistischen „Freien Kräfte“ organisiert. Auch etwa 470 Gegendemonstranten linker Gruppen waren ebenfalls nach Marzahn gekommen (mit dpa).


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