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Demonstration in Marzahn: 800 Anwohner und Neonazis demonstrieren gegen Flüchtlingsheim

Die Organisatoren hatten zu der „5. Montagsdemo“ am 1. Dezember bei der Polizei rund 1000 Teilnehmer angemeldet.

Die Organisatoren hatten zu der „5. Montagsdemo“ am 1. Dezember bei der Polizei rund 1000 Teilnehmer angemeldet.

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Björn Kietzmann

In Marzahn haben am Montagabend rund 800 Anwohner und Neonazis wieder gegen ein geplantes Containerdorf für Flüchtlinge demonstriert. Denn an der Schönagelstraße sollen im kommenden Jahr etwa 400 Flüchtlinge einziehen. Von der Landsberger Allee/Ecke Blumberger Damm aus zogen die Demonstranten durch den Kiez. Die Organisatoren hatten zu der „5. Montagsdemo“ bei der Polizei rund 1000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei war mit rund 800 Beamten, mit Wasserwerfern und Räumpanzern vor Ort.

Die Stimmung war relativ ruhig, aber wie auch am letzten Montag wurden Journalisten verbal und teilweise auch körperlich angegangen. Laut Polizei kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen, allerdings riefen einige Demonstranten: "Presse auf die Fresse."

Trotz der Kälte waren laut Polizeisprecher rund 800 Demonstranten vor Ort, die gegen das Heim protestierten, viele von ihnen schwarz gekleidet. Anwohner liefen mit großen Transparenten durch den Kiez: "Tag der Meinungsfreiheit" stand dort geschrieben.

Etwa 470 Gegendemonstranten linker Gruppen waren ebenfalls nach Marzahn gekommen. Am vergangenen Montag hatten mehr als 1000 Demonstranten in Marzahn gegen das Containerdorf demonstriert. Dort war die Stimmung teilweise recht aggressiv gewesen, Journalisten wurden angegriffen.

Die Demonstrationen gegen Flüchtlingsheime im Bezirk Marzahn-Hellersdorf werden nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden maßgeblich von Mitgliedern der rechtsextremistischen „Freien Kräfte“ organisiert.