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Demonstrationen pro und contra konventionelle Landwirtschaft: Mehr als 13.000 Teilnehmer bei „Wir haben es satt“-Demo in Berlin

Kritiker der konvenetionellen Landwirtschaft protestieren unter dem Motto "Wir haben es satt". Unter ihnen sind auch zahlreiche Landwirte.

Kritiker der konvenetionellen Landwirtschaft protestieren unter dem Motto "Wir haben es satt". Unter ihnen sind auch zahlreiche Landwirte.

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AFP

Am Rande der Grünen Wochen haben in Berlin Tausende Menschen gegen konventionelle Landwirtschaft demonstriert. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ zogen laut Polizei 5000 Teilnehmer vom Potsdamer Platz zum Bundeskanzleramt. Später erhöhte sich die Zahl der Demonstranten auf bis 13 500. Angeführt wurde der Protest von 109 Traktoren, die für eine Zwischenkundgebung am Landwirtschaftsministerium Station machten. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) betonte, intensive Landwirtschaft bleibe unverzichtbar.

„Wir machen uns für eine ökologische Landwirtschaft stark, die Agrarindustrie haben wir satt“, sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Georg Janßen. „Die aktuelle Agrarpolitik zielt nur auf eine Steigerung der Exporte, dadurch sinken die Preise.“ Das bedrohe die Existenz vieler Bauern. „Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, die Rahmenbedingungen für kleinere und mittlere Betriebe zu verbessern. Die Gesellschaft will eine bäuerliche Landwirtschaft“, so Janßen.

Schmidt entgegnete, man müsse bei aller Kritik die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung im Blick behalten. Wer diesen Punkt ausblende, betreibe Realitätsverweigerung, sagte er mit Blick auf die Demonstration gegen Massentierhaltung und Umweltschäden. Dies heiße ja nicht, dass ökologische Aspekte missachtet werden müssten.

Der Demonstration schlossen sich neben Landwirten auch Vertreter zahlreicher Verbände, Umwelt- und Tierschutzorganisationen an, darunter unter anderem die Jugendgruppe des BUND, die globalisierungskritische Gruppe Attac sowie der Nabu. Ihr Protest richtete sich auch gegen das geplante Freihandelsabkommen mit den USA, bei dem Kritiker eine Absenkung der Lebensmittelstandards befürchten.

Gegendemo mit 500 Demonstranten

Am Vormittag hatten rund 500 Gegendemonstranten am Washingtonplatz eine Kundgebung gehalten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Gemäß dem Motto „Wir machen Euch satt“ wehrten sie sich gegen die Kritik von Tierschutzverbänden und Naturschutzorganisationen. „Wir wollen zu einem sachlichen Dialog zurückkehren“, sagte Bauer Klaus-Peter Lucht. „Wir haben in Deutschland immer noch eine bäuerliche Landwirtschaft, die angeprangerten Agrarfabriken gibt es nicht.“
Zu beiden Demos kamen jedoch deutlich weniger Teilnehmer als angekündigt. Die Organisatoren von „Wir machen Euch satt“ hatten mit 1500 Demonstranten gerechnet, zum Protestzug durch die Berliner Innenstadt waren sogar 20 000 Menschen angemeldet.

Parallel zu den Aktionen berieten im Auswärtigen Amt Regierungsvertreter aus rund 70 Ländern beim Agrarministergipfel über die Welternährung. Dabei ging es vor allem darum, wie die Menschen in wachsenden Städten mit Lebensmitteln versorgt werden können. (dpa)