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Demonstrationszug durch Kreuzberg: 2700 Demonstranten fordern ein Bleiberecht

Mehrere tausend Menschen demonstrieren in Berlin in Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten und gegen die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats.

Mehrere tausend Menschen demonstrieren in Berlin in Solidarität mit den Flüchtlingsprotesten und gegen die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats.

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Christian Mang

Berlin -

Rund 2700 Menschen demonstrierten am Samstag für ein Bleiberecht der Flüchtlinge aus dem Schulgebäude in Berlin-Kreuzberg. Der Demonstrationsumzug startete am Nachmittag am Hermannplatz in Neukölln, und zog für eine Zwischenkundgebung zum Oranienplatz. Am frühen Abend erreichten die Demonstranten die Ohlauer Straße. Die Polizei begleitet die angemeldete Demonstration mit 850 Einheiten. Dabei waren auch Bundespolizisten aus anderen Bundesländern im Einsatz.

Dabei sei es zwischenzeitlich zu Rangeleien gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Mehrere Demonstranten seien festgenommen, einige Polizisten verletzt worden. Die Veranstalter sprachen von „überzogenen Polizeimaßnahmen“ gegen mehrere Protestierende. Der Zug begann am frühen Nachmittag am Hermannplatz, führte am Oranienplatz vorbei und endete vor dem Schulgebäude in der Ohlauer Straße.

Polizisten umstellten Bäume

Während der Kundgebung am Oranienplatz kletterten mehrere Demonstranten auf zwei dort stehende Bäume. Ein Augenzeuge berichtete, Einsatzkräfte hätten mit körperlicher Gewalt verhindert, dass weitere Teilnehmer hinauf klettern konnten. Zeitweise umstellten sie sogar die Bäume auf dem Platz. Dabei ergaben sich leichte Rangeleien zwischen den Polizisten und Demonstranten.

Die Teilnehmer kletterten freiwillig herunter, die Stimmung beruhigte sich wieder. Festnahmen gab es keine. Musikalisch begleitete eine Band aus Istanbul die Kundgebung.

Beamte diskutierten mit Flüchtling am Zaun

Die Demonstration zog von dort aus am Bahnhof Görlitzer Park vorbei weiter in Richtung Reichenberger Straße Ecke Ohlauer Straße vor die Gerhart-Hauptmann-Schule. Dort angekommen, organisierten sich Teilnehmer für eine weitere Kundgebung. Die Ohlauer Straße sowie die Reichenberger Straße waren weiter mit Zäunen abgesperrt und auch für den Verkehr unpassierbar. Augenzeugen berichteten weiter, dass ein Flüchtling trotz Vorlage seines Hausausweises für die Schule nur nach längerer Diskussion mit den Beamten durchgelassen wurde.

Die Demonstration fand gegen 19 Uhr wie angekündigt offiziell ihr Ende. Auch zum Ausklang wird von einer ruhigen Stimmung berichtet. Die Initiatoren aus der linken Szene forderten eine Aufenthaltserlaubnis für die Flüchtlinge, zusätzliche Unterkünfte und Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildung und Gesundheit. Die Polizei zog ihre Einsatzkräfte ab.

Der Konflikt um die bis vor kurzem besetzte Schule endete am Mittwoch mit einem Kompromiss. Die letzte verbliebene Flüchtlingsgruppe darf vorerst in dem Gebäude bleiben. Weitere Flüchtlinge sollen nicht nachrücken, um ähnlich desolate und gewalttätige Verhältnisse wie zuvor zu vermeiden. (mit dpa)


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