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Die Olympia-Gegner: Noch in Übung von der ersten Bewerbung

Das olympischen Feuer brennt am in Berlin im Olympiastadion.

Das olympischen Feuer brennt am in Berlin im Olympiastadion.

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dpa

Berlin -

Möglicherweise haben Hamburg und Berlin beide ausreichende Qualitäten, um die Olympischen Spiele auszurichten. Ganz sicher aber haben beide Städte eine Bewegung, die sagt: NOlympia – die Spiele gehören nicht in unsere Stadt. Aber hier wie dort werden die Aktivisten Mühe haben, die aktuellen Umfrageergebnisse in ihrem Sinne zu interpretieren. Die Zuwächse für Hamburg (plus zwölf Prozentpunkte) beziehungsweise für Berlin (plus sieben Prozentpunkte) im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage, zeigen: Die Tendenz ist positiv, die Gegner müssen die Stimmung drehen, wenn sie Olympia verhindern wollen.

Dabei haben Berlins Olympia-Gegner auf den ersten Blick sicher einen Vorteil gegenüber ihren Hamburger: Sie können auf dem Protest gegen die Bewerbung aus dem Jahr 2000 bauen. Die Argumente sind heute ähnlich wie damals: zu hohe Kosten, intransparente Entscheidungen des IOC, beschleunigte Gentrifizierung.

Und im Gegensatz zu Hamburg gibt es in Berlin auch bekannte Gesichter, die für den Proteste stehen. Sie sind noch – oder wieder – da. Zum Beispiel Judith Demba. Legendär ist ihr Auftritt 1992 bei der IOC-Mitgliederversammlung in Lausanne, als die damalige Grünen-Abgeordnete den Herren über die Ringe ein Video aus Berlin überreichte. Das letzte Bild zeigte einen Vermummten mit einem Pflasterstein in der Hand. Untertitel: „We will wait for you.“ Natürlich muss offen bleiben, ob diese Drohung den Ausschlag gab, jedenfalls scheiterte Berlin ein Jahr später bei der Kandidaten-Kür krachend.

Heute ist die 57-jährige Demba erneut Sprecherin des Bündnisses NOlympia in Berlin. Dabei war es zwischenzeitlich still geworden um sie. Nach ihrem Ausscheiden aus der Parteipolitik wurde Demba Geschäftsführerin des Berliner Landesverbandes der Naturfreunde – wenn man so will, eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. Schließlich erarbeitete sich die Mitgründerin der Grünen-Partei in der DDR ihre ablehnende Haltung gegenüber Olympia als umweltpolitische Sprecherin der Abgeordnetenhausfraktion.