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Diebstahl: Sogar Oma und Opa klauen Kupferkabel

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Nach Angaben von Bahnsprecher Burkhard Ahlert haben es die Diebe auf Fahrleitungsdrähte, Tragseile, Telefondrähte, Erdungskabel, Eisenteile, Verbindungsteile und sogar auf Schienenstücke abgesehen. Auch die Landespolizei Berlin registriert, dass in der Stadt mehr Metallteile gestohlen werden. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht, weil jede örtliche Direktion ihre eigene Statistik über die Diebstähle führt. Erst am 4. April verschwanden in der Treptower Kiefholzstraße zehn gusseiserne Gullideckel. "Seit Ende 2006 büßte Berlin schon 342 Deckel ein", sagt Stefan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe.

Die Beute kommt nach Tschechien, Ungarn oder in die Slowakei

Betroffen vom Diebstahl sind aber vor allem Baustellen, metallverarbeitende Betriebe und Lagerhallen. So wurden vor einigen Tagen aus einer Lagerhalle in Marienfelde mehrere Tonnen Kupferkabel illegal abtransportiert. Die Diebe nutzten dafür sogar die firmeneigenen Gabelstapler, die in der Halle standen. Mit denen wurden die Kabeltrommeln auf Lkw geladen. Bereits im Januar dieses Jahres und im November 2011 hatten sie auf ähnliche Art und Weise Kabel gestohlen. Das Lager gehört einer Baufirma der Deutschen Bahn.

Die Beute wird häufig nach Tschechien, in die Slowakei oder nach Ungarn transportiert, dort zerlegt und anschließend in Richtung Türkei sowie in den mittleren und fernen Osten gebracht. Nicht nur in Lastern transportieren die Diebe ihre Beute, sondern auch auf Binnenschiffen.

Die Bundespolizei und auch die Bahn haben nach Angaben ihrer Sprecher ihre Kontrollen intensiviert. Und die Fahnder wurden schon fündig. Vor einigen Tagen stellten sie einen Mann, der ohne Führerschein in einem gestohlenen Laster geklautes Metall nach Polen transportieren wollte. Die Ladung war als Ersatzteile deklariert und sollte in den Hafen nach Danzig gebracht werden.

Das Alter der Täter schwankt zwischen 16 und 70 Jahren, haben Bundespolizisten herausgefunden. Es gibt bandenmäßig organisierten Diebstahl von Metall, deren Chefs sich vor allem in Polen, Rumänien und Bulgarien aufhalten. "Aber es gibt auch Familien, die sich an ungesicherten Bahnbaustellen ans Werk machen, um Metallteile abzuschrauben", sagt Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei Berlin. Vor einigen Tagen war am Bahnhof Ostkreuz ein 70-Jähriger kontrolliert worden, der mit zwei Reisetaschen unterwegs war, in denen sich Kupferkabelstücke befanden. Seine Frau wartete im Fluchtauto und sein Enkel stand Schmiere.

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