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Domain ".berlin": Vielfalt, Ideen- einfach everything

Der Geschäftsführer von Dotberlin, Betreiber der neuen Hauptstadt-Domain, Dirk Krischenowski, zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Deine Stadt. Deine Domain. .berlin".

Der Geschäftsführer von Dotberlin, Betreiber der neuen Hauptstadt-Domain, Dirk Krischenowski, zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Deine Stadt. Deine Domain. .berlin".

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dpa

Wenn es in Berlin etwas Neues zu feiern gibt, dann gibt es dazu auch große Sätze. Am Dienstagvormittag gab es etwas Neues, nämlich die Internet-Endung .berlin. Um 11 Uhr begann die allgemeine Registrierung für die Städte-Domain, zugleich wurden die ersten Seiten unter der neuen TLD (Top Level Domain) freigeschaltet. Berlin ist die erste Stadt der Welt mit eigener TLD. Tokio, New York und wie sie alle heißen folgen erst in den kommenden Monaten nach.

Darum sparte Dirk Krischenowski, Geschäftsführer der Betreiberfirma dotBerlin auch nicht an Worten. „Wir schaffen mit dem neuen Namensraum .berlin mehr Platz für Vielfalt, Ideen und die Benamung von allem und allen Dingen – einfach everything“, sagte er. Auch die Seite seines Unternehmens ist seit Dienstag unter www.nic.berlin zu erreichen.

Die ersten Registrierungen für .berlin-Seiten wurden bereits im Februar angenommen. Bislang kamen aber nur Markeninhaber zum Zug. Mehr als 28 000 Domains sind in diesen vier Wochen bereits registriert worden, sagt Johannes Lenz-Hawliczek, Sprecher von dotBerlin. Noch sind nicht unter allen Domains Inhalte hinterlegt, aber die ersten Seiten waren am Dienstag abrufbar. So werben diverse Hightech-Unternehmen und auch ein Bestattungsinstitut auf .berlin-Seiten für ihre Dienste. Das Bestattungsinstitut mit dem Link bestatter-in.berlin sitzt freilich gar nicht in Berlin, sondern in Panketal.

Nach den Richtlinien für die Domain-Vergabe sollen aber alle Seiten, die auf .berlin enden, einen Bezug zur Stadt haben. Entweder der Inhaber der Seite oder einer der technischen Betreuer solle eine Adresse in Berlin haben, heißt es bei dotBerlin. Überprüft würden die Angaben aber nicht.

2000 neue Endungen verlost

Die Idee für die lokalpatriotische Internetendung kam dotBerlin-Geschäftsführer Krischenowski bereits vor mehr als zehn Jahren. Dass die Umsetzung dauerte, liegt daran, dass das Internet ebenso träge verwaltet wird wie die analoge Welt. Über die Vergabe wacht die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) in Los Angeles. Dort sah man vor geraumer Zeit ein, dass es eng wird in den Adressräumen mit Länderkürzeln wie .de oder internationalen Endungen wie .org. Vor anderthalb Jahren verloste die ICANN darum 2.000 neue Endungen. DotBerlin hatte Glück und war dabei.

Für regionale Endungen hat die ICANN besondere Regeln festgeschrieben: Sie mussten bei ihrer Bewerbung ein Unterstützerschreiben der jeweiligen Gebietskörperschaft beibringen, in diesem Fall des Berliner Senats. Das Land wird auch mitverdienen am Geschäft mit dem neuen Kürzel: In den kommenden zwei Jahren fließen jährlich 500.000 Euro in die Landeskasse, danach 750.000.

Für Nutzer ist die neue Endung dagegen zunächst billig. Bei 1&1 ist eine Adresse mit .berlin-Endung im ersten Jahr kostenlos, bei Strato kostet sie 1,90 Euro.

Informationen zur .berlin-Endung: www.nic.berlin.



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