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DOSB will Entscheidung vertagen: Berliner Senat verärgert über Olympia-Hängepartie

Vision Olympia: Eine Bewerbung Berlins spaltet derzeit die Meinungen in der deutschen Hauptstadt.

Vision Olympia: Eine Bewerbung Berlins spaltet derzeit die Meinungen in der deutschen Hauptstadt.

Berlin -

Im Senat ist man zunehmend verärgert darüber, wie die Führungsspitze des Deutschen Sports mit einer möglichen deutschen Olympiabewerbung umgeht. Obwohl die beiden potenziellen Bewerberstädte Berlin und Hamburg von Anfang an deutlich gemacht hätten, dass sie für eine Hängepartie nicht zur Verfügung stünden, drohe nun genau dies. „Das ist alles nicht sonderlich seriös“, hieß es am Montag in Kreisen der rot-schwarzen Landesregierung.

Anlass sind Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann. Danach ist immer wahrscheinlicher, dass das wichtigste deutsche Sportgremium seine Olympia-Entscheidung bis weit in das nächste Jahr hinein vertagt. Ursprünglich sollte die DOSB-Vollversammlung am 6. Dezember beschließen, ob und mit welcher Stadt man sich für die Austragung von Sommerspielen bewerben will. Bis dahin sollte auch feststehen, welches Jahr der DOSB ins Auge fasst – 2024 oder 2028.

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„Ich plädiere dafür, dass wir uns ausreichend Zeit nehmen“, sagte Hörmann nun der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und nannte das erste Halbjahr 2015 als möglichen Entscheidungszeitraum. Dafür müsste jedoch eine Sonder-Mitgliederversammlung des DOSB einberufen werden, denn normalerweise tagt dieses Gremium nur einmal im Jahr, nämlich im Dezember. Als Begründung nannte Hörmann die geplanten Reformen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die erst drei Tage nach der DOSB-Versammlung beschlossen werden sollen.

Auf die Frage der FAZ, ob der DOSB Bürgerbefragungen in beiden Städten zu Olympia abwarten wolle, wich Hörmann aus. Das sei nicht einfach, sagte er, und begründete dies mit der jeweiligen politischen Situation. In Berlin trete im Dezember ein neuer Regierender Bürgermeister an, in Hamburg werde im Februar neu gewählt. „Wir müssen gemeinsam mit den Städten besprechen, was in dieser Frage die richtige Schrittfolge ist.“

Die Koalition hatte bisher aber gar nicht vor, vorab eine Volksbefragung zu Olympia in die Wege zu leiten. Zunächst sollte klar sein, ob der DOSB mit Berlin ins Rennen gehen will. Anschließend sollte in einem breiten Beteiligungsprozess das Ende August vorgelegte Austragungskonzept konkretisiert werden. Erst am Ende sollten die Berliner dann über eine mögliche Bewerbung befragt werden.

Offiziell wurde der Senat bisher nicht über geänderte Zeitpläne für die Entscheidung informiert. Auch am Freitag bei einem Workshop mit DOSB-Vertretern über das Bewerbungskonzept sei das kein Thema gewesen, hieß es. Etwas mehr Klarheit könnte die DOSB-Präsidiumssitzung Ende Oktober bringen. Unter diesen Umständen dürfte es SPD und CDU immer schwerer fallen, bei der Bevölkerung um Vertrauen für das Projekt zu werben.


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