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Einkommensstreit: Warnstreiks an 70 Berliner Schulen

In Berlin werden Lehrer seit 2004 nicht mehr verbeamtet, sondern nur noch angestellt.

In Berlin werden Lehrer seit 2004 nicht mehr verbeamtet, sondern nur noch angestellt.

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dpa

Berlin -

An 70 Schulen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den heutigen Mittwoch oder für Donnerstag Warnstreiks angekündigt. Betroffen sind Gymnasien, Sekundarschulen und Oberstufenzentren. Aber auch an einigen Grundschulen wie der Fläming-Grundschule in Friedenau oder der Bouché-Grundschule in Treptow beteiligen sich angestellte Lehrer. Dort soll in den ersten beiden Stunden der Unterricht ausfallen. So können Kinder gleich zu Hause bleiben.

Die angestellten Lehrer wollen mit ihrem Protest erreichen, dass sie beim Einkommen mit den verbeamteten Kollegen gleichgestellt werden. Bisher verdienen angestellte Lehrer im Laufe ihres Berufslebens etwa zwei Jahresgehälter weniger. Zudem ist ihr Status nicht tarifrechtlich abgesichert. Berlin verbeamtet seit 2004 nicht mehr, mittlerweile sind 8000 der knapp 30.000 Lehrer angestellt.

Schauspiel am Potsdamer Platz

Am Dienstag trafen sich angestellte Lehrer der Initiative „Bildet Berlin!“ im Abgeordnetenhaus mit Ilkin Özisik, dem schulpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion. Özisik nannte es „nicht sozialdemokratisch“, wenn die Arbeitsbedingungen der Angestellten einseitig nur vom Senat festgelegt werden. Dann überreichten die Lehrer Mitgliedern der SPD-Fraktion ihre Forderungen, verpackt in kleine Schultüten. Anschließend führten gut 200 Pädagogen auf dem Potsdamer Platz unter dem Titel „Die Begehrten und der Müll“ eine Art Schauspiel auf: Sie zogen sich blaue Mülltüten über, das sollte die angestellten Lehrer repräsentieren.

Einige Lehrer hingegen waren in Nadelstreifenanzügen erschienen. Sie stellten Lehrer aus anderen Bundesländern dar, die in Berlin als Beamte übernommen werden. Tatsächlich wurde 2011 jeder zehnte neu eingestellte Lehrer im Beamtenverhältnis übernommen. Berlin zahlt sogar andernorts übliche Zulagen weiter. Zudem fordert die GEW Arbeitsentlastungen gerade für ältere Lehrkräfte und eine Entschädigung für die Abschaffung der Arbeitszeitkonten.

Die komplette Liste der bestreikten Schulen finden Sie hier.