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Europacity: 500 neue Wohnungen am Hauptbahnhof

Preiswerte Architektur: So sollen die Mietwohnungen an der Heidestraße aussehen. Das Haus könnte von einer städtischen Gesellschaft errichtet werden.

Preiswerte Architektur: So sollen die Mietwohnungen an der Heidestraße aussehen. Das Haus könnte von einer städtischen Gesellschaft errichtet werden.

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ECB Zanderroth Architekten/Zoomarchitekten

Berlin -

In der Europacity am Hauptbahnhof entstehen nicht nur neue Konzernzentralen, Hotels, Galerien und Verlagshäuser – sondern nun auch Wohnungen. Für ein 18.000 Quadratmeter großes Quartier zwischen der Heidestraße und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal wurde in dieser Woche ein Architekturwettbewerb entschieden. Demnach sollen in einem ersten Bauabschnitt insgesamt 500 Wohnungen errichtet werden. Etwa die Hälfte davon entsteht nach einem Entwurf der Arbeitsgemeinschaft ECB Zanderroth Architekten/Zoomarchitekten aus Berlin, die andere Hälfte wird vom Berliner Architekten Max Dudler gestaltet.

100 Millionen Euro Kosten

Errichtet werden die Wohnungen vom Immobilienunternehmen CA Immo und dem auf Wohnungsbau spezialisierten Unternehmen Hamburg Team. Beide hatten Ende 2011 ein Joint Venture gegründet und wollen jetzt mehr als 100 Millionen Euro investieren. Baubeginn soll 2014 sein. Wie Henrik Thomsen, Niederlassungsleiter von CA Immo in Berlin, am Mittwoch sagte, werden nicht nur hochwertige Eigentumswohnungen mit Blick auf das Wasser entstehen, sondern auch preiswerte Mietwohnungen. „Wir werden einer städtischen Gesellschaft ein Grundstück verbilligt zur Verfügung stellen“, sagte er. Darüber laufen Verhandlungen mit der Stadtentwicklungsverwaltung.

Dabei geht es um 80 Wohnungen. Sozialwohnungen werden das aber nicht. Nach Angaben von Peter Jorzick, Geschäftsführer von Hamburg Team, sollen die Kaltmieten aber unter zehn Euro liegen. „Wir bauen nicht nur teuer, sondern wir haben uns für eine Architektur entschieden, die man auch preiswert bauen kann.“ Man wolle ein sozial gemischtes Wohnquartier entwickeln, im Gesamtprojekt sei ein wirtschaftlicher Ausgleich möglich.

Denn es entstehen nicht nur weitere 80 Mietwohnungen (etwa 12 Euro Kaltmiete), sondern auch knapp 350 Eigentumswohnungen, die bis zu 150 Quadratmeter groß sein sollen. Sie werden ab 3000 Euro pro Quadratmeter verkauft. Abhängig von der Lage am Wasser und von der Etage steigen die Preise, die zehn Wohnungen in den Dachgeschossen sollen als Luxusimmobilien vermarktet werden. Preise nannten die Investoren nicht.

Nach deren Überlegungen sollen in den Erdgeschossen an der Heidestraße Geschäfte, Restaurants und Nahversorgungseinrichtungen untergebracht werden, möglich sind auch eine Bank und Arztpraxen. Außerdem ist eine Kita geplant. Wegen der verkehrsgünstigen Lage am Hauptbahnhof will man nicht für jede Wohnung einen Autostellplatz in Tiefgaragen anbieten, vielmehr setzt man auf Car-Sharing und Fahrradstellplätze. Noch nicht entschieden ist über eine Baufläche am Schifffahrtskanal. Dort könnten drei neungeschossige Hochhäuser entstehen. Wie Jorzick sagt, wolle man sich mehr Zeit nehmen, um über eine Gestaltung in dieser Lage am Wasser nachzudenken.

Insgesamt sollen an der Heidestraße 1400 Wohnungen entstehen. Im Zentrum des Wohnareals ist ein 40 Meter breites Wasserbecken vorgesehen, das vom Kanal aus 100 Meter Richtung Heidestraße ausgebaggert werden soll. Ob dieser Stadthafen vom Senat gebaut wird, ist inzwischen jedoch fraglich, weil es für das zehn Millionen Euro teure Vorhaben keine Finanzierung gibt. „Wir arbeiten deshalb an Alternativen. Die Gespräche, wie es weitergeht, müssen im Sommer geführt werden“, so Jorzick.