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Exklusive Forsa-Umfrage der Berliner Zeitung: Piraten brechen Umfragerekord

Laptop eines Delegierten der Piratenpartei: Die Piraten haben erstmals die Linkspartei überholt - und liegen nur zwei Punkte hinter den Berliner Grünen.

Laptop eines Delegierten der Piratenpartei: Die Piraten haben erstmals die Linkspartei überholt - und liegen nur zwei Punkte hinter den Berliner Grünen.

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dpa

Berlin -

Die Piratenpartei bricht trotz ihrer Startprobleme als neue Fraktion im Abgeordnetenhaus einen Umfragerekord nach dem anderen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung legt die Partei, die im September bei der Berlin-Wahl überraschend 8,9 Prozent erzielte, im Januar um drei Prozent gegenüber dem Vormonat auf jetzt 14 Punkte zu. Damit sind die Piraten erstmals vierstärkste Kraft vor der Linkspartei, die bei der sogenannten Sonntagsfrage einen Punkt verliert und nur noch auf 10 Prozent kommt. Forsa befragte zwischen dem 16. und 26. Januar 1 002 Berliner. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus drei Prozent.

Leicht zulegen konnte die SPD, die mit jetzt 29 Prozent wieder klar am besten abschneidet. Ihr Partner in der rot-schwarzen Koalition, die CDU, verlor dagegen zwei Punkte und landet bei nur noch 22 Prozent, etwas schlechter also als das eigene Wahlergebnis vom Herbst. Die Grünen stagnieren bei 16 Prozent. Die Christdemokraten müssen damit erstmals seit dem Rücktritt ihres Justizsenators Michael Braun Verluste hinnehmen. Braun gab Mitte Dezember sein Amt wegen seiner Verwicklung als Notar in dubiose Immobiliengeschäfte nach nur zwölf Tagen auf. Es entbrannte daraufhin ein Streit über seinen Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von fast 50 000 Euro in einem halben Jahr. Wie viel Braun davon tatsächlich kassiert, hängt vor allem von seinen privaten Einkünften ab.

Berlin-Bonus auch für SPD

Im Vergleich mit der Bundestagswahlabsicht der Berliner ergibt sich, wie gut die Parteien auf Landesebene ihr Potenzial ausnutzen: SPD und Piraten haben demnach einen klaren Berlin-Bonus (je plus drei Prozent mehr bei der Sonntagsfrage zum Abgeordnetenhaus), während CDU, Grüne und Linke landespolitisch schlechter abschneiden; besonders deutlich ist der Unterschied bei den Sozialisten, die derzeit im Bund 14 Prozent der Berliner, aber nur zehn Prozent auf Landesebene wählen würden.

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