iPad und E-Paper

Fahrradbeleuchtung: Jetzt sind auch Batterielampen erlaubt

In unserer Kurzgeschichte geht es um radelnde Frauen in der Hauptstadt.

In unserer Kurzgeschichte geht es um radelnde Frauen in der Hauptstadt.

Foto:

dpa/Patrick Pleul

Bei Details gab es Irritationen, aber so viel steht fest: Der Bund liberalisiert die Regelungen für die Fahrradbeleuchtung. Derzeit ist noch fast immer ein Dynamo Pflicht, in naher Zukunft dürfen Scheinwerfer und Schlussleuchten auch mit Akkus oder Batterien betrieben werden. Zudem müssen die Lampen nicht mehr fest am Fahrrad montiert sein. „Nach dem Vorschlag des Bundesrates sind künftig auch die überall längst gängigen Akkulichter zugelassen“, teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag mit. „Man muss sie aber nach dem jetzigen Vorschlag am Fahrrad angesteckt haben“ – auch tagsüber. Es reiche nicht, sie in der Tasche oder sonstwo mit sich zu führen.

Der Beschluss, den der Bundesrat am Freitag gefasst hat, trägt einen sperrigen Titel: 48. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften. Auf Vorschlag von Hamburg und Sachsen enthält er einen Passus, der Radfahrern das Leben erleichtern soll.

Derzeit sind nur Rennräder bis elf Kilo von der Pflicht befreit, einen Dynamo haben zu müssen. Künftig ist es zulässig, alle Fahrräder mit einer „Batterie mit einer Nennspannung von 6 Volt (Batterie-Dauerbeleuchtung) oder einem wiederaufladbaren Energiespeicher“ als Energiequelle auszurüsten – so der Originaltext. Diese Vorlage geht nun vom Bundesrat, in dem die Länderregierungen vertreten sind, an die Bundesregierung zurück. Sie will die beschlossene Neufassung der Straßenverkehrszulassungsordnung in den kommenden vier bis sechs Wochen in Kraft setzen.

So gut gemeint die Initiative war, zunächst führte sie zu Protesten. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) interpretierte den Text so, als ob auch Akku- und Batterieleuchten fest am Rad angebracht sein müssen. Aufsteckbare Lampen wären weiterhin verboten – so die Vermutung. Das wäre praxisfern.

Das Verkehrsministerium wies die Befürchtung zurück. „Da die gewählte Formulierung Spielraum für Interpretationen lässt, werden wir diesen Passus gegebenenfalls mit einer Erläuterung versehen, damit klar ist, dass auch nicht dauerhaft montierte Akkubeleuchtungen zugelassen sind. Das war ja unser Ziel“, sagte die Sprecherin. „Die technischen Voraussetzungen für die Beleuchtung werden parallel konkretisiert, da ist bereits ein Gutachter am Werk.“ Die Formulierungen werden bis zum Herbst geglättet.

Akku- und Batterieleuchten müssten zertifiziert und mit einer Prüfnummer versehen sein, ergänzte Stephan Schreyer vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Der Verband hätte es aber besser gefunden, wenn die Dynamopflicht geblieben wäre. Moderne Nabendynamos seien nicht nur zuverlässiger und ständig verfügbar, sie seien auch umweltfreundlicher, weil sie ohne Batterien auskommen. Die Berliner ADFC-Vorsitzende Eva-Maria Scheel begrüßte dagegen die Änderung. „Ein Zustand, den es schon lange gibt, wird endlich legalisiert“, sagte sie. „Wichtig ist, dass Fahrräder beleuchtet sind – die Energiequelle ist da zweitrangig.“