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Fahrradmesse Velo Berlin: Berlin rollt wieder auf zwei Rädern

Radfahrer am Brandenburger Tor.

Radfahrer am Brandenburger Tor.

Foto:

Berliner Zeitung/Mike Fröhling

Berlin -

An den Kreuzungen der Hauptstadt stauen sich bei Rot die Räder. Wer am Ende der Schlange steht, hat manchmal schon Mühe, in der Grünphase überhaupt noch über die Ampel zu kommen. Es ist unübersehbar: Die Fahrradsaison 2015 hat begonnen, und auf den Radwegen Berlins wird der Ton jetzt ruppiger, weil es wieder voller wird – zur großen Freude der Produzenten und Händler.

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat aus Anlass der Fahrradmesse Velo Berlin an diesem Wochenende seine Bilanz für das vergangene Rad-Jahr vorgelegt. Zu hören war nur Positives. „Die Saison 2014 war eine sehr gute“, sagte ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger. Die Händler verkauften 2014 deutschlandweit 4,1 Millionen Fahrräder und E-Bikes, das waren fast 8 Prozent mehr als im Jahr 2013. Verantwortlich seien das gute Wetter und die Tatsache, dass immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs seien. Zwar sei die Produktion und die Zahl der Importe leicht rückläufig gewesen, das habe aber mit dem Verkauf aus den Lagerbeständen zu tun. Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 72 Millionen Fahrräder, das sind eine Million mehr als noch im vergangenen Jahr.

Umsatz mit E-Bikes wächst rasant

Immer häufiger sind die Menschen bereit, mehr Geld für ein Rad auszugeben. Durchschnittlich waren das im vergangenen Jahr 528 Euro, acht Euro mehr als 2013. Es geht natürlich billiger, und – wie bei allen Haushalts- und Sportgeräten – auch erheblich teurer. Neuberger sagt aber, die Verbraucher legten mehr Wert auf Qualität.

Und auf Bequemlichkeit. Vor allem der Umsatz mit E-Bikes ist erheblich gewachsen, offenbar interessieren sich auch immer mehr jüngere Radfahrer dafür. Im Durchschnitt kostet so ein E-Bike derzeit 718 Euro. Noch beliebter als früher sind Trekking-Räder und Lastenräder. Neuberger erhob angesichts des Trends zur Hochwertigkeit eine Forderung an Grundeigentümer: Wenn umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen immer häufiger bereit seien, für Fahrräder auch mehr Geld auszugeben, müsse es auch gesicherte Abstellanlagen und Ladestationen für E-Bikes geben, sagte der ZIV-Geschäftsführer. Dazu zählten abschließbare Abstellplätze in Wohngebieten und Radboxen an Bahnhöfen und Orten mit viel Publikum.

Denn wo stellt man in Berlin sein Fahrrad etwa am Hauptbahnhof ab? Oder wann findet man am Alexanderplatz einen freien Platz am Fahrradbügel? Und warum blockieren dort monatelang verrottete Räder den kostbaren Platz?

Von den Holländern lernen

Mit diesen Themen und vielem anderen können sich Radfahrer an diesem Wochenende auf der Velo Berlin beschäftigen. Auf der deutschlandweit größten Fahrradmesse stellen 250 Aussteller in sieben Messehallen unter dem Funkturm aus. Besucher können Räder auf angelegten Parcours ausprobieren, das Bundesverkehrsministerium stellt den nationalen Radverkehrsplan vor, das Land Berlin seine Radverkehrsstrategie. Es gibt etliche Shows und Mitmach-Angebote. Gastland sind die Niederlande. „Sie wollen uns zeigen, was Fahrradförderung heißt“, sagt Organisatorin Ulrike Saade. Die Besucher werden staunen über eine mit 50.000 LED-Lichtern beleuchtete holländische Straße und einen Fahrradkeller am Hauptbahnhof Amsterdam, in den 7000 Räder passen.

Parallel zur Velo Berlin läuft bis Sonntag in der Hauptstadt auch noch die Berlin Bicycle Week, eine Reihe von Ausstellungen, Veranstaltungen und Filmen rund um Räder und Radler.



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