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16.12.2012

Feuer in der Senatsverwaltung: In Nußbaums Büro brannte es

Von Andrea Beyerlein
Ein Feuerwehrauto steht vor der Senatsverwaltung für Finanzen.
Ein Feuerwehrauto steht vor der Senatsverwaltung für Finanzen.
Foto: dpa
Berlin –  

Im Büro des Finanzsenators hat es gebrannt. Aber nur die Couchecke, in der auch ein Adventsgesteck mit Kerze stand, ist völlig zerstört.

War es die vergessene Kerze im Adventsgesteck oder vielleicht doch ein technischer Defekt? Was genau den Brand im Büro von Finanzsenator Ulrich Nußbaum ausgelöst hat, wird sich wohl frühestens im Laufe der Woche klären. Das Landeskriminalamt ermittelt. Fest steht nach dem am frühen Samstagnachmittag ausgebrochenen Feuer nur eines: Auf absehbare Zeit wird der parteilose Senator seine unterm Dach gelegenen Diensträume in der Klosterstraße in Mitte nicht mehr nutzen können.

Sein Ärger darüber dürfte sich wohl in Grenzen halten. Nußbaum hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er es nicht goutiert, „in einer Dachkammer“ untergebracht zu sein. Und das noch von seinem Vorgänger Thilo Sarrazin übernommene, abgeschabte braune Ledersofa ist er nun auch los.

Der gesamte Senatoren-Trakt ist durch die schwarzen Rauchgase unbrauchbar geworden, einschließlich Schreibtisch, PC und Telefon. Vom Feuer völlig zerstört wurde offenbar nur die Sitzecke samt Couchtisch, wo sich auch ein Adventsgesteck befunden haben soll.

Dass der Brand in dem viergeschossigen Verwaltungsgebäude in der Klosterstraße damit noch relativ glimpflich ausging, hat die Senatsfinanzverwaltung ihren Nachbarn zu verdanken, der gegenüber gelegenen Botschaft der Niederlande. Deren Sicherheitsmitarbeiter hatten das Feuer bemerkt, nachdem kurz vor 14 Uhr mehrere Dachfenster geborsten waren. Sie alarmierten die Feuerwehr, die wenige Minuten später zur Stelle war. Rund eine Stunde später besichtigte auch Nußbaum den Schaden. In seinem Büro sei kein Rauchmelder angebracht gewesen, sagte laut dpa ein Feuerwehrsprecher. Die Brandmelder im Flur habe der Rauch nicht erreicht.

„Eine Vorsatztat“ wird ausgeschlossen

Zu Gerüchten, dass es in der Finanzverwaltung Mängel beim Brandschutz gab, wollte sich Feuerwehrsprecher Sven Gerling am Sonntag nicht äußern. Die Feuerwehr sei bei der Erteilung von Baugenehmigungen nur beratend tätig, erstelle Gutachten. Entschieden werde von der Bauaufsicht. Das Dachgeschoss in dem in den 30er Jahren errichteten, unter Denkmalsschutz stehenden Verwaltungsgebäude war erst vor einigen Jahren ausgebaut worden, um zusätzliche Büros zu gewinnen. Dabei wurden die Dachbalken feuerhemmend ummantelt, was sich vermutlich jetzt ausgezahlt hat.

Der Feuerwehrsprecher verwies darauf, dass die Information der Öffentlichkeit in dem Fall nur über die Finanzverwaltung wahr genommen werde. Nußbaums Sprecherin Kathrin Bierwirth gab am Sonntag keine Auskünfte bis auf die knappe E-Mail-Stellungnahme: „Der Vorgang wird offiziell geklärt.“

In der Pressestelle der Polizei, die für die Ermittlung der Brandursache zuständig ist, hieß es nur, „eine Vorsatztat“ werde ausgeschlossen. Am Montag würden Spezialisten des Landeskriminalamtes den Brandort in der Klosterstraße noch einmal genauer untersuchen. Ein Brandermittlungsverfahren sei eingeleitet. Senator Nußbaum soll gegenüber der Polizei angegeben haben, dass er sein Büro am vergangenen Freitag gegen 17 Uhr verlassen habe.

Immerhin kann Feuerwehr-Sprecher Gerling, der auch Präventionsvorträge an Schulen hält, ganz allgemein zu den Gefahren der besinnlichen Adventszeit Auskunft geben. Und ganz allgemein sei es durchaus möglich, dass ein Feuer auch über 20 Stunden nach Verlassen des Raumes von einer brennenden Kerze ausgelöst wird: „Hochwertige Kerzen brennen sehr langsam.“

Deswegen rät Gerling grundsätzlich, neben Adventsgestecken immer eine gefüllte Blumenspritze bereitzustellen. Zum Löschen aber auch zum gelegentlichen Bespritzen der Tanne. Sie hält dann länger und fängt nicht so leicht Feuer. Das gilt zu Hause genauso wie im Büro.

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