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Flüchtlinge am Brandenburger Tor im Streik: Frage der Zeit, wann es den ersten Toten gibt

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Rettungssanitäter transportieren einen Flüchtling, der wegen Flüssigkeitsmangels behandelt werden muss.
Rettungssanitäter transportieren einen Flüchtling, der wegen Flüssigkeitsmangels behandelt werden muss.
 Foto: dpa

Die Situation der hungerstreikendenden Flüchtlinge am Brandenburger Tor spitzt sich weiter zu. Allein bis Freitagmittag mussten Notärzte vier Männer in Krankenhäuser bringen. Die Feuerwehr schließt nicht aus, dass es bald den ersten Toten gibt.

Erneut mussten Notärzte kollabierenden Flüchtlingen am Brandenburger Tor helfen. Auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor erlitt in der Nacht zum Freitag einer der hungerstreikenden Flüchtlinge einen Kreislaufzusammenbruch. Die Flüchtlinge verweigern aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik nicht nur die Aufnahme von Nahrung sondern auch von Flüssigkeit. Nach Angaben der Feuerwehr musste ein Notarzt gegen 0.50 Uhr einen Mann behandeln, der kollabiert war. Er wurde mit einem Rettungswagen in die Charité in Mitte gebracht.

Am Freitagvormittag wurde die Feuerwehr erneut zum Pariser Platz gerufen, weil ein Mann wegen Flüssigkeitsmangels zusammengebrochen war. Auch er wurde durch einen Notarzt in die Charité gebracht. Auch am Mittag, gegen 12.30 Uhr, mussten zwei Männer vor Ort notversorgt und dann in Kliniken gebracht werden.

Allein am Donnerstag hatten neun Menschen medizinisch versorgt werden müssen. Sieben von ihnen kamen in Krankenhäuser.

Kreislauf- und Nierenversagen befürchtet

Nach Einschätzung von Feuerwehrsanitätern spielen die Flüchtlinge mit ihrem Leben. Es kam bereits vor, dass Protestierer eine Behandlung verweigerten. Sanitäter dürfen niemanden gegen seinen Willen behandeln. Wer von den Protestierern wegen Flüssigkeitsmangels bewusstlos wird, dem wird eine Infusion gelegt. "In diesem Fall haben wir einen Patienten, der seinen Willen nicht äußern kann und wir müssen die Notfallbehandlung einleiten", sagte Feuerwehrsprecher Stefan Fleischer.

Im Krankenhaus erhalten die Patienten eine Infusion und kehren dann meist ins Protestcamp zurück, wenn sie wieder bei Kräften sind. Fleischer hält es für möglich, dass einer der Durststreikenden stirbt. "Denn oft verursacht der Flüssigkeitsmangel Probleme wie Kreislauf- oder oder Nierenversagen."

Einem Polizeisprecher zufolge überwachen zurzeit "Personen mit medizinischen Sachverstand" als Helfer der Flüchtlinge deren Gesundheitszustand. An eine Räumung des Protestcamps ist nach Aussage des Sprechers nicht gedacht.

Ein Arzt passt auf und die "Supporter" wollen nichts über sich sagen

Zu den "Personen mit medizinischem Sachverstand" gehört unter anderem Volker Pickerodt. Der Arzt betreut ehrenamtlich im Auftrag der "Supporter" - die aus linken Gruppen kommen und keinesfalls über sich reden möchten - die Protestierer. Er ruft die Feuerwehr, wenn er feststellt, dass sich der Zustand eines Protestlers rapide verschlechtert hat: "Diese Menschen sind auf jeden Fall in akuter Lebensgefahr", sagt er. "Die Tatsache, dass schon mehrere von ihnen in Krankenhäuser gebracht werden mussten, zeigt ihr Zustand auf der Kippe steht." Niemand könne sagen, wie lange es ein Mensch ohne Wasser aushalte. "Ob drei, vier oder fünf Tage, das hängt ganz von Kondition und Ernährungszustand ab."

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