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Flüchtlingsschule in Tempelhof-Schöneberg: Streit um Schule nur für Flüchtlingskinder

Flüchtlingskinder in einer Schule in Hohenschönhausen. In Schöneberg soll nun eine ganze Schule mit Willkommensklassen entstehen.

Flüchtlingskinder in einer Schule in Hohenschönhausen. In Schöneberg soll nun eine ganze Schule mit Willkommensklassen entstehen.

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imago/Bernd Friedel

Die in Schöneberg geplante Flüchtlingsschule ist im Bezirksamt umstritten. „Das ist explizit keine gute Entscheidung“, sagt Sibyll Klotz, Sozialstadträtin der Grünen in Tempelhof-Schönberg. Die Kinder dürften nicht isoliert werden, sondern müssten in Kontakt mit deutschen Schülern kommen. „Wir brauchen keine Flüchtlingsghettos in Schulen. Der Ansatz muss sein, Platz an den Regelschulen zu schaffen.“ Damit wendet sie sich gegen Bürgermeisterin Angelika Schöttler, die wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) in der ehemaligen Teske-Schule Willkommensklassen für Kinder einrichten will, die mit ihren Familien in den Hangars im früheren Flughafen Tempelhof untergebracht sind.

Doch dazu muss zunächst die Notunterkunft geräumt werden, die in der ehemaligen Schule betrieben wird. Dies sei eine gut funktionierende Einrichtung, die im Stadtteil integriert sei. „Außerdem weiß niemand, wohin mit den Familien, die dort leben“, kritisiert Klotz.

Schöttler hatte am Donnerstag das frühere Rathaus Friedenau ins Gespräch gebracht, das demnächst bezogen wird. Dort sollen vor allem Familien und schutzbedürftige Flüchtlinge, etwa Minderjährige oder behinderte Menschen unterkommen. Hieß es zumindest. Denn ebenfalls am Donnerstag habe Sozialsenator Mario Czaja (CDU) das Bezirksamt informiert, dass diese Personengruppen nun doch nicht in das Rathaus sollen. „Eine Begründung gab es nicht“, berichtet Klotz. „Das widerspricht allen vorherigen Absprachen.“

Der Berliner Zeitung teilte die Sozialverwaltung mit, dass die Flüchtlinge aus der Teske-Schule in andere Unterkünfte verlegt werden sollen. Das würde bedeuten, dass die Bewohnerschaft auseinandergerissen wird – was Klotz ablehnt. Aber auch Schöttler dürfte von diesen Plänen nicht begeistert sein. Sie wünscht sich, dass die Flüchtlinge möglichst zusammen bleiben. Und in eine Unterkunft ziehen, die in der Nähe der Teske-Schule liegt.