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Flughafen BER: Neuer Bauleiter gefunden

Hier muss noch viel passieren. Der neue Bauleiter soll dafür sorgen.

Hier muss noch viel passieren. Der neue Bauleiter soll dafür sorgen.

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Paulus Ponizak

So eine Überraschung. Noch nicht einmal eine Woche ist es her, dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn die BER-Bauleiterin Regina Töpfer kurz vor dem Ende ihrer Probezeit rausschmiss. Da hieß es noch, das Amt werde nicht wieder besetzt. Tatsächlich dürfte Mehdorn schon länger verhandelt haben mit Frank Röbbelen, Bauingenieur aus dem westfälischen Borken.

Der 53-Jährige soll die Koordination der Baustelle des künftigen Großflughafens übernehmen. Wann er seinen Dienst antritt, oder ob er gar schon die Arbeit aufgenommen hat, das wollte die Flughafengesellschaft am Sonntag aber nicht verraten. Er bestätige die Personalie, mehr Informationen könne er nicht weitergeben, sagte Sprecher Ralf Kunkel am Sonntag.

Schade, wo es doch so viele Fragen gibt. Die nach Röbbelens Eignung zum Beispiel. Zwar verfügt er anders als seine Vorgängerin über Erfahrung beim Management von Großbaustellen. Röbbelen war mehrere Jahre lang Deutschlandchef des französischen Baukonzerns Eiffage, für den in der Bundesrepublik 1 900 Mitarbeiter tätig sind. Seine Erfahrungen beim Bau von Flughäfen sind aber offenbar begrenzt.

Kaum Erfahrung mit Flughafen

Das Unternehmen Schäfer Bauten, das Röbbelen von 2011 bis 2012 führte, soll nach Angaben der Berliner Morgenpost die Vorfelderweiterung des Flughafens Münster-Osnabrück durchgeführt haben. Dagegen war der frühere Technikvorstand Horst Amann, Röbbelens Vorvorgänger, ein echter Profi: Er leitete jahrelang die Bauabteilung des Flughafens Frankfurt.

Gern wüsste man auch, welche Rolle Röbbelen im sogenannten Sprint-Team spielen wird, das nach Mehdorns Vorstellungen den Fortgang der Arbeiten beschleunigen soll. In den vergangenen Monaten ist es still geworden um die Expertengruppe, dem Vernehmen nach sind die Fachleute zerstritten.

Andreas Otto (Grüne), Obmann im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses, sagte der Berliner Zeitung, er habe den Eindruck, dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn in Aktionismus verfalle. „Ich habe das Gefühl, dass er nicht mehr weiß, wie er den Flughafen fertigbauen soll. Die Sprint-Aktion ist zu einem Hürdenlauf geworden“, sagte Otto. Seine Fraktion erwarte, dass sich Mehdorn vor dem Abgeordnetenhaus erkläre.

Kritik an Mehdorns Führungsstil

Martin Delius, Abgeordneter der Piratenpartei und Vorsitzender Leiter des BER-Untersuchungsausschusses, hatte in der vorigen Woche Mehdorns Führungsstil kritisiert. „Man kann es Hartmut Mehdorn nicht rechtmachen. Wer ihn kritisiert, der fliegt“, sagte Delius.

Dem BER-Manager und früheren Bahnchef war es im vorigen Jahr nicht gelungen, seinen Favoriten als Planungschef nach Berlin zu holen. Er wollte Hany Azer, der den Bau des Hauptbahnhofs geleitet hatte, mit der Aufgabe betrauen. Laut Medienberichten verlangte dieser jedoch ein zu hohes Gehalt. (fred.)



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