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Flughafen BER zu klein: Mehdorn forciert Weiterbetrieb von Schönefeld

Das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld.

Das Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld.

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dpa

Berlin -

Flughafenchef Hartmut Mehdorn lässt keine Gelegenheit aus, um seine Einschätzung zu wiederholen: Der BER ist zu klein, und darum muss der jetzige Schönefelder Flughafen noch jahrelang weiter betrieben werden. Sonst werde es am BER „sehr eng“, warnte Mehdorn am Donnerstag im Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags.

Unter Mehdorns Vorgänger Rainer Schwarz galt das Thema Kapazitätserweiterung als tabu, doch Mehdorn spricht es offen an. Seine Rechnung lautet: Wenn der BER fertig ist, wird die jährliche Zahl der Passagiere am Flughafen Tegel auf 21 Millionen angewachsen sein – im vergangenen Jahr waren es 19,6 Millionen. Mehdorn ist klar, dass der BER nur mit dem Verkehr aus Tegel schon sehr gut ausgelastet sein wird: „Dann sind wir schon voll.“

Da der Luftverkehr immer weiter anwachse, könne der neue Flughafen nicht auch noch die Passagiere von Schönefeld-Alt aufnehmen – im vergangenen Jahr waren es dort bereits 6,7 Millionen. Mehdorn: „Wir müssen am neuen Flughafen mindestens 30 Prozent mehr Kapazität vorsehen“ – und das gehe nur, wenn der jetzige Flughafen nebenan offen bleibt. „Das wäre der schnellste, billigste und risikoärmste Weg“, sagte er. Der BER ist für 27 Millionen Fluggäste pro Jahr ausgelegt, Schönefeld-Alt für maximal acht Millionen.

Natürlich gebe es auch die Möglichkeit, auf dem Rollfeld vor dem BER-Terminal zwei „Satelliten“ zu errichten – der Planfeststellungsbeschluss für den neuen Flughafen würde diese Abfertigungsgebäude ermöglichen. „Doch bei dem Wachstum der Passagierzahlen kämen wir nicht mehr rechtzeitig“, warnte der 71-Jährige. Der Bau würde sieben bis acht Jahre dauern.

Gepäckanlage reicht nicht aus

Engpässe gebe es im neuen Flughafen vor allem bei den Sicherheitskontrollen, die immer mehr Platz benötigen, und beim Gepäcktransport. „Die heutige Kapazität ist nicht ausreichend“, berichtete Mehdorn.

Er bezog klar Stellung für Schönefeld-Alt – obwohl erst noch ein Gutachten für fünf Millionen Euro klären soll, wie die Kapazität erweitert werden könnte. Doch der Flughafenchef hat bereits damit begonnen, sein Projekt vorzubereiten. Er hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, mit vielen Beteiligten.

Auch der Bund ist dort vertreten, denn er spielt eine Schlüsselrolle. Er will auf dem Gelände des jetzigen Schönefelder Flughafens ein Regierungsterminal bauen, und hält daran fest, wie Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider mitteilte.

Hartmut Mehdorn setzt auf eine Übergangslösung. Die Flugbereitschaft könnte für vier bis fünf Jahre auf einen anderen Teil des Geländes ziehen, ein Zwischenquartier war ohnehin geplant. Das Regierungsterminal ließe sich auch „500 Meter weiter links“ bauen. „Wir werden eine Lösung finden“, sagte er.