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Flughafen Berlin-Brandenburg: Am BER wackeln schon wieder die Termine

Hieß es noch im Dezember, dass die Bautätigkeit im BER-Terminal Mitte Juli 2016 enden soll, ist heute von August oder September 2016 die Rede.

Hieß es noch im Dezember, dass die Bautätigkeit im BER-Terminal Mitte Juli 2016 enden soll, ist heute von August oder September 2016 die Rede.

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picture alliance / dpa

Angesichts neuer Verzögerungen beim Flughafenprojekt BER in Schönefeld hat sich Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider besorgt geäußert.

„Der jetzt erreichte Bautenstand kann nicht befriedigen. Das macht mich unruhig“, sagte er der Berliner Zeitung. Ob der neue Schönefelder Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb geht, ließe sich jetzt noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. „Bevor die letzten Genehmigungen nicht vorliegen und abgeschätzt werden kann, was noch wirklich gebaut und umgebaut werden muss, ist niemand in der Lage, eine seriöse Aussage zu treffen“, teilte der Staatssekretär mit.

Risikoreserve schmilzt

Wie berichtet, gibt es bei dem Milliardenprojekt neue Terminverschiebungen, die dazu führen, dass die Risikoreserve weiter schmilzt. Das Zeitpolster von sechs Monaten gilt als so gut wie aufgebraucht. Hieß es noch im Dezember, dass die Bautätigkeit im BER zum 15. Juli 2016 enden soll, damit Abnahmen starten können, ist heute von August oder September 2016 die Rede.
Der Hintergrund: 2015 hat die FBB beim Bauordnungsamt des Landkreises Dahme-Spreewald zwei Nachträge zur BER-Baugenehmigung beantragt. Im fünften Nachtrag geht es um den Umbau der Entrauchung, die das Terminal bei Feuer vom Qualm befreien soll.

Der sechste Nachtrag betrifft viele Rest-Themen. Das Amt konnte sich aber noch nicht damit befassen. Erst mussten externe Fachleute die Antragsunterlagen prüfen. Dann sind die Resultate einzuarbeiten, auch Umarbeitungen sind erforderlich – und das dauert.

4000 Seiten sind nun im Bauordnungsamt

Zuletzt hieß es, dass die Unterlagen zum 5. Nachtrag Ende Januar komplett sind. Sie wurden jetzt an diesem Montag eingereicht, gab Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld nach der Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats in Berlin bekannt. „Wir haben es geschafft, die mehr als 4000 Seiten sind nun im Bauordnungsamt“, sagte er.

Mühlenfeld hofft, dass die Behörde den Nachtrag in vier bis acht Wochen genehmigt. „Unmittelbar darauf reichen wir den sechsten Nachtrag ein“, kündigte er an. Das wäre im April – zwei Monate später als geplant. Es könnte auch Mai werden, hieß es intern.

62 Prozent der „Meilensteine“ sind erreicht

Dass sich deshalb das Ende der Bautätigkeit verschiebt, ist klar. Mit genauen Terminen hält sich die Flughafengesellschaft aber zurück. Statt vom 15. Juli sprach Mühlenfeld nun vom Sommer 2016. „Ein Zeitplan ist dafür da, den Bauarbeitern Infos zu geben. Er bedeutet nicht, dass man jedes Detail exakt an dem Tag schafft“, erklärte er. 62 Prozent der „Meilensteine“, wie die Stufen im Plan bis zur Eröffnung intern genannt werden, seien erreicht. Immer mehr Bereiche würden fertiggestellt und technisch in Betrieb genommen. „Dazu gehört nun auch die Brandschutzanlage im Main Pier.“

Müller will 2017 eröffnen

Ihm sei es wichtig, dass die Bauarbeiten 2016 enden und der BER 2017 öffnet, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). „Nach wie vor ist es so, dass bei dem ganzen Baufortschritt das nach wie vor alles auch zu erreichen und möglich ist.“ Der Vorsitzende des Aufsichtsrats sprach sich allerdings auch dafür aus, wegzukommen „von irgendwelchen willkürlich gesetzten Terminen, von irgendeinem Druck, der aufgebaut wird, hin zu einem seriösen Abarbeiten aller Dinge“.
Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider sagte zum Zeitplan: „Ich verstehe, dass die Flughafengesellschaft an dem Termin zweites Halbjahr 2017 festhält und unterstütze sie dabei. Sie will den Kessel unter Druck halten, und das ist auch richtig so.“

DB will Geld für Belüftungszüge

Mühlenfeld zeigte sich zuversichtlich, dass ein langjähriges Streitthema bald aus der Welt geschafft wird. Es gebe Vergleichsverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB), die für ihre Anlagen unter dem Flughafen seit Jahren hohe Betriebskosten aufwenden muss. So fahren mehrmals täglich S-Bahnen ohne Fahrgäste durch den Tunnel, um ihn zu belüften. Dem Vernehmen nach belaufen sich die Forderungen der DB auf eine einstellige Millionensumme.



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