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Flughafen Berlin Brandenburg: BER startet frühestens 2016

Hartmut Mehdorn hat die Geschäftsführung am 11. März 2013 übernommen. Einen konkreten Eröffnungstermin hat er noch nie genannt. Zubringerstraßen bleiben leer.

Hartmut Mehdorn hat die Geschäftsführung am 11. März 2013 übernommen. Einen konkreten Eröffnungstermin hat er noch nie genannt. Zubringerstraßen bleiben leer.

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dpa

Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat ein wichtiges Bauvorhaben am Großflughafen BER verschoben und erspart damit der brandenburgischen Landesregierung kurz vor der Landtagswahl im September einen politischen Konflikt. Die Sanierung der BER-Nordbahn – also der heutigen Südbahn des Flughafens Schönefeld – soll erst im März 2015 beginnen und nicht bereits am 1. Juli, wie Mehdorn noch vorige Woche angekündigt hatte. Das bedeute, dass der Flughafen womöglich erst 2016 eröffnen könne, warnte Mehdorn.

Die Verschiebung gab Mehdorn in einem Brief an die Landesregierung in Potsdam bekannt. Zugleich kritisierte er die für die Genehmigung zuständige Luftfahrtbehörde. Ihre verschärften Lärmschutzauflagen hätten es unmöglich gemacht, den Termin zu halten, behauptet er.

Hätte die Flughafengesellschaft tatsächlich im Juli mit der Sanierung der Bahn begonnen, dann hätte der Streit um Fluglärm vermutlich den brandenburgischen Wahlkampf überschattet. Während der Sanierung sollen die Flugzeuge, die das alte Schönefelder Terminal anfliegen, nämlich die neue BER-Südbahn nutzen. Diese ist zwar seit 2012 fertig, aber bislang für den Verkehr gesperrt. Sobald sie in Betrieb geht, haben 4300 Haushalte in den Einflugschneisen Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen an ihren Häusern. Die entsprechenden Arbeiten haben aber noch nicht begonnen, und sie wären bis Juli wohl kaum abzuschließen.

Schallschutz für Anwohner

Die Flughafengesellschaft stand bislang auf dem Standpunkt, dass es für die Dauer der Bauarbeiten ausreicht, wenn den Anwohnern der Schallschutz verbindlich zugesagt wird. Dem widerspricht jedoch die Lärmschutzkommission. Sie beharrt darauf, dass die baulichen Maßnahmen abgeschlossen sein müssen, bevor das erste Flugzeug auf der BER-Südbahn startet oder landet. Die Obere Luftfahrtbehörde hatte angedeutet, dass sie sich dieser Auffassung anschließt und gegebenenfalls die Betriebsgenehmigung für die Südbahn verweigert.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im brandenburgischen Landtag, Gregor Beyer, warf der Flughafengesellschaft mangelhafte Planung vor. „Sie hat den Lärmschutz zu lange ignoriert“, sagte er der Berliner Zeitung. Die Arbeiten an den betroffenen Häusern hätten viel früher beginnen müssen.

Mit der Verschiebung der Nordbahn-Sanierung ändert Hartmut Mehdorn die Bauplanung am BER zum zweiten Mal binnen einer Woche. Erst am Donnerstag hatte er bekannt gegeben, dass der ab Juli geplante Testbetrieb am BER-Nordpier nicht stattfinden werde.