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Berliner Zeitung | Flughafen Berlin-Brandenburg: Flughafen BER: Eröffnung 2017 gefährdet
28. August 2015
http://www.berliner-zeitung.de/22706076
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Flughafen Berlin-Brandenburg: Flughafen BER: Eröffnung 2017 gefährdet

Sieht fertig aus, ist er aber nicht. Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld.

Sieht fertig aus, ist er aber nicht. Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld.

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imago/Westend61

Flughafengeschäftsführer Karsten Mühlenfeld hat am Freitag bekräftigt, dass die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER wegen der Pleite des Gebäudetechnik-Dienstleisters möglicherweise erneut verschoben werden muss. Auf einer Sondersitzung des BER-Sonderausschusses im Potsdamer Landtag schloss Flughafengeschäftsführer Karsten Mühlenfeld eine Verzögerung jedenfalls nicht aus. Er sei guter Dinge, dass sich der geplante Termin im zweiten Halbjahr 2017 halten ließe – garantieren könne er dies aber nicht, sagte Mühlenfeld. „Ob die Insolvenz am Ende auch den Eröffnungstermin beeinflusst, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen.“

Fest steht aus Mühlenfelds Sicht, dass sich der geplante Termin für die bauliche Fertigstellung im März 2016 nicht halten lässt. Die Arbeiten würden sich um rund ein Vierteljahr verzögern, sagte er. Rund zur Hälfte beruht diese Verzögerung auf der Imtech-Insolvenz, um sechs bis acht Wochen war der Bau schon vor der Insolvenz hinter dem Zeitplan. Da das im Dezember vorgestellte sogenannte Terminband gewisse zeitliche Puffer enthält, muss die Verspätung aber noch nicht bedeuten, dass die Inbetriebnahme 2017 nicht mehr stattfinden kann.

Gesamtkosten werden wegen Imtech-Insolvenz steigen

Imtech hatte Anfang August vorläufige Insolvenz angemeldet. Die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen Konzerns ist am BER unter anderem mit Arbeiten an der Brandschutzanlage beauftragt, deren Funktionsmängel ein wesentlicher Grund für die Absage der Eröffnung im Mai 2012 gewesen war.

Zwar hat die Flughafengesellschaft mit Imtech ein Abkommen geschlossen, wonach die Firma die Arbeiten während des vorläufigen Insolvenzverfahrens fortsetzt. Ein wesentliches Problem ist aber weiterhin, dass nur ein Teil der von Imtech beauftragten Subunternehmen die Arbeit am BER wieder aufgenommen hat.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke, der die Sondersitzung des Ausschusses beantragt hatte, sagte der Berliner Zeitung, dass er infolge der Insolvenz mit einer Kostensteigerung rechne. „Es wird teurer, alleine dadurch, dass die Baustelle länger dauert. Aber das traut sich die Geschäftsführung nicht zu sagen.“

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft tagt am 25. September wieder. Auf der Tagesordnung steht bislang die Kapazitätserweiterung des BER. Brandenburgs Flughafenkoordinator sagte in einem Interview mit der Wirtschaftswoche, die Kapazität müsse auf 40 Millionen Passagiere pro Jahr erhöht werden nach der Eröffnung des Flughafens – wann auch immer sie stattfinden mag.