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Flughafen Berlin Brandenburg: Regierungsterminal in der Warteschleife

Eine Simulation von neuen Regierungsterminals für den BER. Eröffnet wird es wohl frühestens 2018.

Eine Simulation von neuen Regierungsterminals für den BER. Eröffnet wird es wohl frühestens 2018.

Bundespräsident, Kanzlerin und Staatsgäste werden auf den geplanten neuen Regierungsflughafen in Schönefeld noch länger warten müssen als gedacht. Grund dafür sind die Verzögerungen beim Bau des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg International (BER). Sie führen zu einem Domino-Effekt, nach dem zunächst der alte Schönefelder Airport länger genutzt werden muss. Dadurch werden die Flächen, die für den Regierungsairport benötigt werden, nicht frei.

„Da der Regierungsflughafen auf dem Gelände des derzeit noch in Betrieb befindlichen Flughafen Schönefeld errichtet wird, hängen Baubeginn und Fertigstellungstermin des Regierungsflughafens von der Eröffnung des Flughafens BER ab“, erklärte jetzt ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die für das Projekt zuständig ist. „Erst nach Inbetriebnahme des BER und der damit einhergehenden Verlagerung des zivilen Flugbetriebes, können die baufeldvorbereitenden Maßnahmen für den Bund beginnen.“

Termin steht aus

Während der Bund noch im vergangenen Jahr davon ausging, dass der Regierungsflughafen im Jahr 2016 eröffnet werden kann, wird derzeit gar kein Fertigstellungstermin mehr genannt. Eine seriöse Terminplanung könne erst nach Bekanntgabe des Eröffnungstermins des BER erfolgen, so die Bima. Im Herbst will Flughafenchef Hartmut Mehdorn den neuen Eröffnungstermin für den BER nennen. Es dürfte entweder 2014 oder 2015 werden. Da bereits feststeht, dass der Bau des neuen Regierungsterminals 48 Monate dauern wird, dürften die Staats- und Regierungschefs damit erst ab 2018 oder 2019 am neuen Empfangsgebäude in Schönefeld willkommen geheißen werden.

Der Regierungsterminal entsteht in einem streng gesicherten Bereich am nordwestlichen Rand des neuen Großflughafens nach Plänen des Architekturbüros Busmann + Haberer. Ihr Entwurf sieht ein langgestrecktes Gebäude mit einer Fassade aus Glas und Holz vor, das inmitten eines Kiefernhains steht.

Nach der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2009 sollte der Regierungsairport am 1. November 2011 eröffnen. Dann wurde der Termin zunächst auf 2014 und schließlich auf 2016 verschoben. Bis zur Eröffnung des neuen Großflughafens dient der nördliche Teil des Flughafens Tegel als Regierungsterminal. Nach Fertigstellung des BER soll der Betrieb des Regierungsterminals für eine Übergangszeit in das alte Airportgebäude in Schönefeld verlagert werden – bis der neue Regierungsterminal steht.

Wie sich die Verzögerungen beim Bau des neuen Regierungsflughafens finanziell auswirken, ist noch offen. Dies könne erst beurteilt werden, wenn der Termin für die Eröffnung des BER feststehe, so der Bima-Sprecher. Bauaufträge für den neuen Regierungsterminal würden noch nicht vergeben. „Bislang werden nur Planungsaufträge erteilt, um nach Übergabe des Baufeldes mit baufeldvorbereitenden Maßnahmen beginnen zu können.“

Gnadenfrist fürs Generalshotel

Wegen der verspäteten Eröffnung des Regierungsterminals verschiebt sich auch der Umzug der Regierungsflugzeuge von Köln/Wahn nach Berlin. Die technisch-logistische Basis und der Standort der Maschinen vom Typ Airbus A340, A319, A310 und Global 5000, bleibt nach Angaben der Luftwaffe „bis auf weiteres in Köln/Wahn“. Erst wenn die Infrastruktur für den Regierungsflughafen fertig ist, sollen die Flugzeuge in Berlin stationiert werden. So lange fliegen die Regierungsjets ohne Fluggäste von Köln/Wahn bis Berlin, um hier ihre Passagiere abzuholen. Nachdem sie diese in Berlin wieder abgesetzt haben, fliegen sie wieder nach Köln/Wahn zurück.

Ein Gutes haben die Bauverzögerungen: Das denkmalgeschützte Generalshotel, in dem zu DDR-Zeiten prominente Fluggäste bewirtet wurden, hat damit noch eine Gnadenfrist erhalten. Der für dieses Jahr geplante Abriss des Gebäudes wurde verschoben. Das Haus wird weiter von der Bundespolizei genutzt. Erst nach Übergabe der Fläche für den Bau des Regierungsterminals soll es abgerissen werden.