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Flughafen-Kampagne: Im Namen von Willy Brandt

Berlin -

Der legendäre Kanzler der SPD (das gefällt den Sozis Wowereit und Platzeck) herzt auf Großplakaten Asiatinnen und macht Shakehands mit Obama.

Schön, nett, gut. Leider ist es sehr gut möglich, dass Willy Brandt, wäre er noch am Leben, seine Einwilligung zu einer derartigen Imagepolitur nicht gegeben hätte. Denn am BER ist nicht alles gut. Und damit ist nicht (nur) der Fluglärm über dem Müggelsee gemeint. Wie jetzt immer klarer wird, nutzen etliche der Dienstleistungsfirmen von der Gastronomie bis zur Gepäckschlepperei, die nach Schönefeld umziehen, die Gelegenheit, um kräftig die Löhne zu drücken. Es werden neue Verträge mit schlechteren Bedingungen gemacht; es wird, wenn überhaupt, nur nach dem niedrigeren Ost-Tarif gezahlt.

Das wirkt dann doch seltsam, wenn es im Namen von Brandt geschieht, dem großen Ostpolitiker und Arbeiterfreund. Und noch etwas passt nicht: „Willy Brandt begrüßt die Welt“ auf einem Airport, der eine „Gewahrsameinrichtung“, vulgo Knast, für Asylbewerber gleich mitgebaut hat. Rechtsstaatlich akzeptable Verfahren wird es dort nicht geben. Das ist zwar erlaubt nach dem skandalösen deutschen Asylrecht, aber es ist nicht geboten: Andere Flughäfen kommen ohne Knäste aus. Ohne Asyl aber hätte Willy Brandt die Verfolgung durch die Nazis wohl nicht überlebt. Tja. Dann hätte man sich eben einen anderen Namensgeber suchen müssen.



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