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Flughafen-Umbau ab 2018: Tegel-Tower wird zum Kletterturm, Parkplätze zur Seenlandschaft

Wird umgebaut: der Flughafen Tegel.

Wird umgebaut: der Flughafen Tegel.

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imago/Schöning

Dort, wo jetzt noch Autos parken, soll eine Wasserfläche entstehen – auf einer Seite von einer großen Terrasse umgeben, auf der anderen von viel Grün. Bei schönem Wetter kann man hier unter Sonnenschirmen sitzen und auf die neue Seenlandschaft schauen. Der jetzige Tower wird zum Kletterturm, die Flächen davor können als Spielfläche genutzt werden.

So sieht die Planung der Landschaftsarchitekten des Ateliers Loidl für den Flughafen Tegel aus. Mit ihrem Entwurf haben sie den Wettbewerb zur Gestaltung des öffentlichen Freiraums am Airport gewonnen. Umgesetzt werden soll die Planung, nachdem der Flugbetrieb in Tegel eingestellt wird, sagte der Bau-Staatssekretär und Berliner Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup am Donnerstag bei der Präsentation des Entwurfs. Nach jetzigem Stand ist die Eröffnung des neuen Flughafens BER in Schönefeld für die zweite Hälfte des Jahres 2017 vorgesehen. Sechs Monate später, also 2018, soll der Flugbetrieb in Tegel eingestellt werden. Das sei der Startschuss, um die preisgekrönte Planung zu realisieren, sagte Lütke Daldrup.

Hochschule zieht ein

Das insgesamt 495 Hektar große Flughafenareal in Tegel soll, wie berichtet, zu einem Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien entwickelt werden. Offizieller Name: „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“. Erster prominenter Nutzer soll die Beuth-Hochschule werden. Sie soll in den jetzigen Terminal einziehen. Im Osten des Areals ist ein neues Wohnquartier geplant.

Das Atelier Loidl setzte sich bei dem Wettbewerb gegen 16 weitere Büros von Landschaftsarchitekten durch, die Entwürfe eingereicht hatten. Der Sieger-Entwurf sieht vor, dass das Flughafengebäude über drei Grünzüge mit den verschiedenen Landschaftsgebieten der Umgebung verbunden wird. Ein parkähnlicher Grünzug aus Wiesen führt in Richtung Parklandschaft Jungfernheide. Ein Wald-Streifen verläuft in Richtung der Waldflächen im Südosten. Und ein Heide-Streifen soll zur Heidelandschaft im nördlichen Teil des Flughafenareals angelegt werden.

Der geplante See hat nicht nur optische Reize, sondern erfüllt auch eine praktische Funktion: Dort wird künftig das Regenwasser des Areals gesammelt. Die Bodenbeläge des Flughafens sollen erhalten werden, ebenso die Markierungen, sagte Felix Schwarz vom Atelier Loidl. Gerade markante Objekte wie der Tower sollen in die neue Nutzung einbezogen werden. Erwünscht sei „ein buntes Durcheinander und ein kreatives Miteinander“, so der Landschaftsarchitekt. Das Büro Loidl ist in Berlin bekannt.

Es hat bereits die Grünflächen im Lustgarten in Mitte gestaltet und den Gleisdreieck-Park in Kreuzberg. Lütke Daldrup sagte, der Entwurf für den Flughafen Tegel schaffe für den zentralen Bereich um die künftige Beuth-Hochschule einen „Ort, der kommunikativ ist“. Wie die Fläche innerhalb des Flughafen-Sechsecks gestaltet wird, wurde bei dem jetzigen Wettbewerb nicht entschieden. Das fällt in den Verantwortungsbereich der Beuth-Hochschule. Etwa im Jahr 2021/22 werde die Beuth-Hochschule einziehen, sagte Lütke Daldrup.

Die Realisierung der Grünplanung werde voraussichtlich fünf bis sieben Jahre dauern, sagte Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der landeseigenen Tegel Projekt GmbH. Sie managt die Umgestaltung des Flughafens. Für die Grün-Planung stehen insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fläche, die damit gestaltet werden soll, ist 100 000 Quadratmeter groß. Das entspricht umgerechnet der Größe von etwa 15 Fußballplätzen.

Ein neuer Stadtteil

In der Urban Tech Republic sollen später mal bis zu 1 000 große und kleine Unternehmen mit rund 17 500 Beschäftigten tätig sein. Mehr als 2 500 Studierende ziehen mit der Beuth-Hochschule in den alten Terminal. Im Kurt-Schumacher-Quartier ist der Bau von 5000 Wohnungen geplant. Es entsteht ein neuer Stadtteil. Vorbild der Entwicklung ist Adlershof. Dort ist seit Mitte der 1990er-Jahre eine Wissenschaftsstadt entstanden. Bis der neue Stadtteil in Tegel fertig sei, werde es sicher 15 bis 20 Jahre dauern, sagte Lütke Daldrup.

Die Planungen für das Kurt-Schumacher-Quartier kommen voran. Die Stadtentwicklungsverwaltung hat, wie berichtet, vor wenigen Tagen den städtebaulichen Wettbewerb für das 48 Hektar große Gebiet gestartet. Neben Wohnungen sollen dort Schulen, Kindertagesstätten, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen entstehen. Mit dem Quartier wird die Lücke im westlichen Bereich des Kurt-Schumacher-Platzes geschlossen. Hier war durch den Betrieb des Flughafens Tegel und wegen der Nähe der Start- und Landebahnen eine Bebauung bisher nicht möglich. Das ändert sich mit der Schließung des Airports.

Die Entwürfe des Freiraum-Wettbewerbs sind bis zum 4. Februar im Neuen Stadthaus, Parochialstraße 1-3 in Mitte, zu sehen. Mo-Fr 14-19 Uhr, Sa/So 10-16 Uhr.


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