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Forsa-Umfrage: Mehrheit will von Tegel fliegen

Die Mehrheit der Berliner will laut Forsa-Umfrage von Tegel fliegen.

Die Mehrheit der Berliner will laut Forsa-Umfrage von Tegel fliegen.

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dpa

Der Flughafen Tegel soll offen bleiben. Das hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung ergeben. 69 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, Tegel weiterhin als zweiten Berliner Flughafen zu nutzen. Besonders groß war die Zustimmung im Westen der Stadt (73 Prozent). Mit 63 Prozent sprach sich aber auch in den Berliner Ostbezirken eine deutliche Mehrheit für den Weiterbetrieb des innerstädtischen Flughafens im Nordwesten der Stadt aus.

Damit schwindet die Legitimation des heftig kritisierten Schönefelder Flughafenprojekts BER weiter. Denn die Schließung von Tegel gilt als eine der konzeptionellen und rechtlichen Voraussetzungen dieses Milliardenvorhabens. Sie sei erforderlich, um Stadtbewohner von Fluglärm zu entlasten und den Flugverkehr in der Region an einem ausreichend großen Standort zu konzentrieren, hieß es. Doch offensichtlich ist es vielen Berlinern wichtiger, weiterhin einen Flughafen in der Nähe zu haben.

„Es muss jetzt Sachlichkeit in die Diskussion gebracht werden“, forderte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel. „Berlin braucht TXL“, so die Berliner FDP. Auch nach Fertigstellung und Eröffnung des neuen Flughafens BER werde es zu „eklatanten Engpässen bei der Bewältigung des Luftverkehrsaufkommens kommen“, heißt es in einem Beschluss des Landesparteitags.

Dagegen bekräftigten die Flughafengesellschafter am Freitag ihren Willen, Tegel zu schließen. „Natürlich ist das ein schöner Flughafen. Aber rechtlich ist alles entschieden, seit Langem schon“, sagte Senatssprecher Richard Meng. „Dies ist kein Wunschkonzert, wir müssen uns an die Rechtslage halten.“ Danach endet der Flugbetrieb in Tegel spätestens sechs Monate, nachdem die beiden BER-Startbahnen in Betrieb genommen worden sind. Danach treten sowohl der Widerruf der Betriebsgenehmigung als auch die Aufhebung der Planfeststellung für Tegel in Kraft.

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Die Bescheide der Senatsverwaltung von 2004 und 2006 seien bestandskräftig, das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat Klagen von Airlines zurückgewiesen. Wenn Tegel bleiben soll, sei ein Planfeststellungsverfahren nötig, das keine Chance auf Erfolg hat. Im Bundesverkehrsministerium zeigte man Verständnis für die Bürger, die Tegel auch künftig nutzen wollen. „Solche Bemühungen gab es ja auch im Fall von Tempelhof“, sagte ein Sprecher. Doch es bleibe dabei: „Eine Offenhaltung Tegels ist rechtlich nicht möglich.“