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Forsa-Umfrage: Senatschef Michael Müller ist Berlins beliebtester Politiker

Nach knapp zwei Monaten als Regierender Bürgermeister hat Michael Müller (SPD) seine Popularität ausbauen können. In der Politiker-Rangliste erklomm er die Spitzenposition. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung, es war die erste Erhebung seit der Wahl Müllers am 11. Dezember. 1003 Berliner wurden zwischen 19. und 29. Januar befragt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus drei Prozent.

Auch die Berliner SPD konnte sich stabilisieren und liegt bei der Sonntagsfrage erstmals seit einem Jahr wieder vor der CDU. Diesen leichten Vorsprung haben die Sozialdemokraten nicht aus eigener Kraft geschafft, sondern dank ihres Koalitionspartners. Die CDU fiel um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent, während die SPD mit 27 Prozent denselben Wert wie bei der letzten Forsa-Umfrage im November erreichte.

Das sind jedoch recht unerhebliche Verschiebungen innerhalb der großen Koalition, wohingegen die AfD mit ihrem Zugewinn von einem Prozent die wichtige Fünf-Prozent-Hürde genommen hat. Würde am Sonntag gewählt, könnte die islamkritische Partei ins Abgeordnetenhaus einziehen. Die Grünen kämen auf 18 Prozent (minus eins), die Linke würde sich auf 14 Prozent (plus eins) verbessern und die Piraten wie bei der Umfrage im November bei drei Prozent verharren.

Damals rangierte Müller in der Rangliste noch auf dem zweiten Platz, hinter Ulrich Nußbaum, seinem ewigen Rivalen. Der parteilose Finanzsenator hatte den ersten Platz praktisch für sich reserviert. Seit dem Absturz des Senatschefs Klaus Wowereit infolge des BER-Debakels im Jahr 2012 war Nußbaum unangefochten der am besten bewertete Politiker.

Neuzugänge der SPD in unterem Mittelfeld

Doch nun gibt es einen neuen Senat, und dass Müller besser dasteht, überrascht nicht wirklich. Schließlich wurde der regierungserfahrene frühere Stadtentwicklungssenator schon im ersten Wahlgang im Parlament gewählt, auch mit Stimmen der Opposition. Zudem machte er sich gleich an die Arbeit und beschloss in der Senatsklausur mit der CDU Wohltaten, zu denen wohl die meisten Wähler nicht Nein sagen würden: mehr Wohnungen, mehr Lehrer, mehr Willkommenskultur.

Im unteren Mittelfeld starten dagegen die Neuzugänge der SPD. Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen erreichte Platz elf, gefolgt von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel. Sie wurden erstmals in der Umfrage berücksichtigt. Der aus Hessen stammende Kollatz-Ahnen muss sich noch einen Namen in der Stadt machen. Nur 45 Prozent der Berliner kennen ihn bislang, aber auch mit dem früheren Lichtenberger Bezirksbürgermeister Geisel können lediglich 53 Prozent der Befragten etwas anfangen.

Auch wenn die Christdemokraten in der Wählergunst generell etwas zurückgefallen ist, im Politiker-Ranking haben die vier Senatoren der CDU gut abgeschnitten. Mario Czaja (Soziales), Frank Henkel (Inneres), Thomas Heilmann (Justiz) und Cornelia Yzer (Wirtschaft) nehmen geschlossen die Plätze zwei bis fünf ein. Es folgt Dilek Kolat. Die Integrationssenatorin ist im neuen Senat Bürgermeisterin, Müllers Stellvertreterin. Sie verbesserte sich um zwei Plätze. Dagegen landete Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) auf dem zweitschlechtesten Platz. Nur Alexander Spies von den Piraten ist unbeliebter. Trotz Schultoilettensanierungsprogramms.