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Forsa-Umfrage zum Tempelhofer Feld: Mehrheit der Berliner will Randbebauung

Unendliche Leere: Auf dem Tempelhofer Feld.

Unendliche Leere: Auf dem Tempelhofer Feld.

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AKUD/Lars Reimann

Der 25. Mai dürfte ein spannender Tag für Berlin werden, nicht nur wegen der Europawahl ohne Dreiprozenthürde. An dem Wahlsonntag sollen die Berliner bei einem Volksentscheid auch darüber abstimmen, ob auf dem Areal des früheren Flughafens Tempelhof Wohnungen gebaut werden dürfen oder nicht. Die Initiative „100 Prozent Tempelhofer Feld “, die den Volksentscheid organisiert, ist strikt dagegen, der Senat und alle Fraktionen des Abgeordnetenhauses sind wegen des Wohnungsmangels in der Stadt für Neubauten am Rande des riesigen Feldes.

Auch die Berliner sind für eine Bebauung, wie die aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Berliner Zeitung zeigt. Überwältigend ist die Mehrheit allerdings nicht: 53 Prozent der Befragten sind für Wohnungsbau in Tempelhof, 43 Prozent sind dagegen. Die Zahl der Gegner ist zudem seit dem November vergangenen Jahres, als Forsa die Frage nach der Bebauung des früheren Flughafengeländes schon einmal gestellt hatte, um 6 Prozentpunkte gewachsen.

Es wird von der Mobilisierung der Baubefürworter abhängen, ob sich die Freunde der hundertprozentigen Tempelhofer Freiheit durchsetzen. 38 Prozent der von Forsa Befragten gehen davon aus, dass sich an der Tempelhof-Abstimmung mehr Menschen beteiligen werden als an den bisherigen Volksentscheiden, an denen sich jeweils nur etwa ein Drittel aller Wahlberechtigten beteiligt hat.

Bislang war nur ein einziger Volksentscheid erfolgreich, nämlich der für die Offenlegung der Wasserverträge. Der Entscheid des Berliner Energietischs 2013 scheiterte knapp am notwendigen Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten. Die Initiative machte dafür den Senat verantwortlich, der die Abstimmung vom Termin der Bundestagswahl entkoppelt hatte, was sich nach Auffassung des Energietischs negativ auf die Beteiligung auswirkte.

Bürgerrechtsorganisationen wie „Mehr Demokratie“ verlangen die Abschaffung der Quoren. Die Berliner halten sie dagegen klar für sinnvoll. Fast drei Viertel (72 Prozent) wollen die Abstimmungshürde beibehalten, nur ein Viertel halten es für richtig, dass ein Entscheid auch ohne Quorum gilt. Volksentscheide gelten als politische Instrumente gegen die jeweils Regierenden. Wenig überraschend wenden sich besonders die Anhänger der beiden Regierungsparteien SPD (18 Prozent) und CDU (17 Prozent) gegen eine Absenkung des Zustimmungsquorums. Bei den Gegnern einer Bebauung sind dagegen 36 Prozent für eine Absenkung der Hürde.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was die Berliner über eine Abwahl Klaus Wowereits denken.

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