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Frankfurter Allee: Auto ade - Senat plant einen Fahrstreifen nur für Radfahrer

Fahrradfahrer auf der Frankfurter Allee

Ganz schön eng: Heute verläuft der Radweg noch auf dem Bürgersteig.

Foto:

blz/Paulus Ponizak

Ein paar Monate noch, dann werden die Kraftfahrer auf der Frankfurter Allee in Friedrichshain eines Morgens eine Überraschung erleben: Ein Fahrstreifen ist weg! Wo zuvor Autos unterwegs waren, treten dann Radfahrer in die Pedale.

Auf mehreren Straßen in Berlin sind bereits Auto- in Radfahrstreifen umgewandelt worden – nun kommt mit der Frankfurter Allee auch eine Magistrale im Osten an die Reihe. Auf der stark befahrenen Straße, die tagtäglich von vielen zehntausend Menschen aus Lichtenberg, Marzahn und anderswo genutzt wird, will der Senat den Platz 2018 anders verteilen. Das wurde am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses heftig diskutiert.

Oliver Friederici (CDU) lehnte die Planung ab. Jeder Fahrstreifen werde für den Autoverkehr benötigt. Selbst in der Koalition gab es Bedenken. Sie könne sich einen so radikalen Eingriff nicht vorstellen, sagte Iris Spranger (SPD): „Wir haben dort eine sehr sensible Situation.“

Wohin mit dem Lieferverkehr?

Wie weit die schon unter der rot-schwarzen Koalition begonnenen Planungen gediehen sind, stellte Staatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) dar. Zwischen Frankfurter Tor und Ringbahn soll die Fahrbahn stadtauswärts umgestaltet werden, bekräftigte er. Stadteinwärts hätten Staus gedroht: „Dort gibt es in Spitzenzeiten einen sehr konzentrierten Verkehr.“ In der anderen Richtung verteile sich das Aufkommen spürbar gleichmäßiger auf den Tag.

Heute gibt es dort für den fließenden Autoverkehr drei Fahrstreifen, die mit 2,70 Meter recht schmal sind. Wobei auf der rechten Spur, um die es geht, von fließendem Verkehr meist keine Rede sein kann, wie der Linken-Verkehrspolitiker Harald Wolf berichtete: „Sie ist meist mit Lieferautos zugestellt.“

Künftig soll es stadtauswärts für den Autoverkehr zwei Fahrstreifen geben, die mit je drei Metern spürbar breiter sind als heute. Rechts werden 3,30 Meter für den Radverkehr reserviert – dort soll ein 2,05 Meter breiter Radfahrstreifen mit einer Abstandszone entstehen. Heute müssen sich die Radfahrer noch mit einem nur 1,40 Meter breiten Radweg auf dem Gehweg begnügen.

Gibt es grünes Licht, soll der Verkehrsversuch im Frühjahr 2018 beginnen

„In den kommenden Monaten wollen wir untersuchen, ob und wie man den Fahrradstreifen vom ruhenden Verkehr freihalten kann“, kündigte Kirchner. Allzu oft sei es in Berlin nämlich so: „Wenn eine solche Fahrspur markiert wird, denken viele Autofahrer: Da kann ich parken!“ Er deutete an, dass ein geschützter Radfahrstreifen angelegt wird – mit einer Schwelle, die Autos auf Distanz hält. Es werde „nicht einfach“ sein, den Bereich zwischen Autofahrstreifen und Radlerspur zu überfahren, sagte der Staatssekretär. Geplant sei eine „Protektion“

Gibt es grünes Licht, soll der Verkehrsversuch im Frühjahr 2018 beginnen, zum Start der Fahrradsaison. Doch für August kündigte Kirchner erst einmal einen Ortstermin mit Gewerbetreibenden an. Zwei Fragen seien noch nicht beantwortet: Was geschieht mit den Parkplätzen? Und wo sollen Lieferfahrzeuge künftig halten? „Wir dürfen die Geschäfte nicht vom Verkehr abbinden“, warnte Iris Spranger.