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Berliner Zeitung | Friedrichshain-Kreuzberg: Weinlokal für Graefekiez untersagt
16. September 2014
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Friedrichshain-Kreuzberg: Weinlokal für Graefekiez untersagt

Der Bezirk will das Graefekiez mit der Maßnahme vor einer "Ballermanisierung" schützen.

Der Bezirk will das Graefekiez mit der Maßnahme vor einer "Ballermanisierung" schützen.

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imago stock&people

Der Bezirk Friedrichhain-Kreuzberg macht ernst gegen die befürchtete „Ballermannisierung“ der Kieze: Das Bezirksamt untersagte in der Kreuzberger Grimmstraße nun erstmals die Eröffnung eines Weinlokals. Zur Begründung hieß es, der Graefekiez, zu dem die Straße gehört, verzeichne bereits eine „starke Häufung gastronomischer Betriebe“.

Grundlage für die Ablehnung des Antrags auf Umnutzung der bisherigen Gewerbefläche zum Weinlokal ist ein Antrag der Grünenfraktion aus dem Jahr 2012. Dieser sieht vor, dass entsprechend der Baunutzungsverordnung die Umnutzung von Wohn- und Gewerbeflächen zu Bars, Kneipen oder Restaurants speziell geprüft werden soll, wenn dadurch der Charakter des Wohngebietes gefährdet ist. Eine solche Gefährdung hat das Bezirksamt im Falle des Weinlokals offenbar gesehen.

In gut besuchten Gebieten stiegen die Mieten, dadurch komme es auch bei Gewerbeflächen zu einem Verdrängungswettkampf. In diesem würden dann meist nicht die neu eröffneten Cafés, sondern die alteingesessen kleinen Geschäfte verlieren, erklärt der zuständige Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne), die Intension der Prüfung. Deshalb will seine Partei bei künftigen Neueröffnungen prüfen lassen, ob diese der Gebietsversorgung dienten oder eher zu einer „Ballermannisierung“ des Kiezes führen würden.

Die Grünen thematisieren in den letzten Wochen immer wieder die negativen Folgen des Tourismus. Im Zentrum stehen dabei vor allem durch Party-Touristen verursachter Lärm, Dreck und Uringestank in Hauseingängen.