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Frühere Teske-Schule: Schöneberg plant Schule nur für Flüchtlinge

Flüchtlingskinder in einer Schule in Hohenschönhausen. In Schöneberg soll nun eine ganze Schule mit Willkommensklassen entstehen.

Flüchtlingskinder in einer Schule in Hohenschönhausen. In Schöneberg soll nun eine ganze Schule mit Willkommensklassen entstehen.

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imago/Bernd Friedel

In Berlin könnte eine reine Flüchtlingsschule entstehen. Dafür soll die Notunterkunft in der früheren Teske-Schule in Schöneberg geräumt werden.

Nach Vorstellungen von Senat und Bezirk sollen in dem früheren Schulgebäude Willkommensklassen für Kinder geschaffen werden, die mit ihren Familien in den Hangars auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof leben. In der Schule könnten zudem Kurse für Erwachsene angeboten werden.

Die Initiative „Schöneberg hilft“ protestiert in einem Offenen Brief gegen diese Pläne. Die ehrenamtlichen Helfer lehnen einen Auszug der Notunterkunft ab, da dort ein umfangreiches Hilfssystem geschaffen worden sei und viele Bewohner Stadtteilangebote wahrnehmen würden. „Hier funktioniert Integration“, heißt es.

Nur 250 von 600 Kinder gehen zur Schule

Zudem kritisiert die Initiative, dass eine reine Flüchtlingsschule wiederum keine Integration ermögliche. Die Bürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), sieht das prinzipiell auch so. „Aber die Alternative wäre, dass die Kinder auf einen Schulplatz warten müssen. Das wäre unerträglich“, sagt sie.

Derzeit sollen nur 250 der 600 Kinder aus den Hangars zur Schule gehen. „Wir haben das Problem, dass wir mit der Einrichtung von Willkommensklassen räumlich an unsere Grenzen stoßen“, sagt Schöttler. In den Schulen des Bezirks gebe es bereits rund 80 solcher Sprachlernklassen.

Die Bewohner der Notunterkunft sollen in ein nahe gelegenes Gebäude umziehen, damit bestehende Verbindungen erhalten bleiben. Denkbar sei das frühere Rathaus Friedenau. Die Kinder aus der Flüchtlingsschule könnten über Patenschaften mit anderen Schulen Kontakte zu deutschen Kindern knüpfen.

Schöttler betont, dass Flüchtlingskinder ohnehin nur für eine Übergangszeit in den Willkommensklassen seien. Auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagt, im Vordergrund stehe ein möglichst früher Schulbesuch.