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Für Flüchtlinge: Grüne wollen kleine Holzhäuser statt Betonbauten

Wohnkuben

Entwurf: mit Dachterrasse.

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AKP Architekten Kauschke + Partner

Berlin -

Die Berliner Grünen setzen bei der Unterbringung von Flüchtlingen eher auf den Bau kleiner Holzhäuser statt auf große Unterkünfte aus Beton-Fertigteilen. „Wir sollten mehr Baulücken und auch unkonventionelle Flächen wie Flachdächer zum Bau der Häuser nutzen“, sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek am Montag.

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Für Betonmodulbauten fallen laut Grüne Kosten von rund 35.000 Euro pro Platz an.

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GESOBAU AG/Thomas Rosenthal, AKP Architekten Kauschke + Partner

Häuser aus Holz ließen sich mit einer Bauzeit von zwei bis fünf Monaten deutlich schneller errichten als Gemeinschaftsunterkünfte aus Betonfertigteilen, sagte Kapek. Auch die Preise für die Holzbauten seien günstiger. Für die Betonmodulbauten fielen Kosten von rund 35.000 Euro pro Platz an, während beispielsweise Holzmodule auf Dächern schon für zirka 15.000 Euro pro Platz zu realisieren seien.

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Hansjörg Pohlmeyer

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So könnten die neuen Flüchtlingsunterkünfte aussehen. Ein Prototyp aus Rheinland-Pfalz.

Der vom Senat beschlossene Bau von 34.000 Plätzen für Flüchtlinge in Fertigteilhäusern und in Containern reicht nach Ansicht der Grünen nicht aus. „Wir benötigen doppelt so viele, wenn nicht dreimal so viele“, sagte Kapek. Alle untersuchten Standorte müssten nach klaren Kriterien wie der Verkehrsanbindung und den Herrichtungskosten veröffentlicht werden.

An den jetzt beschlossenen 69 Standorten für Flüchtlingsunterkünfte kritisieren die Grünen, dass sich zwei an der Albert-Kuntz-Straße und der Zossener Straße in Marzahn-Hellersdorf in der Nähe zu NPD-Hochburgen befinden. Und dass wie beim Wohnprojekt Schwarzer Kanal in Neukölln bisherige Bewohner verdrängt werden sollen. Zu prüfen sei, so die Grünen, inwieweit private Grundstücke stärker einbezogen werden können – „als letztes Mittel auch durch Beschlagnahmung“.