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Gedenkfeier in Berlin: Erinnern an Hatun Sürücü

Hatun Sürücü wollte Elektroinstallateurin werden.

Hatun Sürücü wollte Elektroinstallateurin werden.

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dpa

Am Sonntag jährt sich zum elften Mal der Todestag von Hatun Sürücü. Am 7. Februar 2005 wurde die Berlinerin mit kurdischen Wurzeln von ihrem kleinen Bruder an einer Bushaltestelle in Tempelhof erschossen. Sie wurde 23 Jahre alt.

Zu Ehren der jungen Frau, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollte, haben die Grünen am Freitagabend im Abgeordnetenhaus zum vierten Mal den Hatun-Sürücu-Preis vergeben. Mit dem Frauenrechtspreis werden Personen, Initiativen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich für die Rechte von Mädchen und jungen Frauen einsetzen.

Der Verein Mama Afrika wurde von der Jury für den ersten Platz ausgewählt. Sie würdigte dessen Aufklärungsarbeit in ihrem Kampf gegen Genitalverstümmelung in afrikanischen Ländern. Der Interkulturelle Mädchentreff aus Reinickendorf gewann den zweiten Preis, den dritten erhielt das afghanische Kommunikations- und Kulturzentrum, das sich um die Integration hier lebender Afghanen kümmert. Die ausgezeichneten Organisationen teilen sich ein Preisgeld von 1000 Euro.

Der Jury gehörten unter anderen die Berliner Musikerin und Journalistin Meral Al-Mer, die frühere Ausländerbeauftragte des Senats, Barbara John, und Sharon Adler vom Frauen-Onlinemagazin Aviva an.

Auch Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) erinnerte am Freitag an Hatun Sürücü. „Ihr Todestag mahnt in jedem Jahr erneut, dass jede Frau unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft oder religiösen Überzeugung ein Recht darauf hat, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten“, sagte Kolat. „Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass es immer noch Mädchen und Frauen gibt, die gewaltsam daran gehindert werden.“

Betroffene können sich an die Hotline Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen wenden. Unter der Nummer 611-0300 stehen rund um die Uhr eine Anlaufstelle und Erstberatung sowie Informationen über freie Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung. Jugendliche können sich an den Jugend- und Mädchennotdienst (Tel. 611-0062 oder 611-0063) wenden. Die Kriseneinrichtung Papatya bietet Online-Beratung (www.sibel-papatya.org). Am Sonntag um 11 Uhr gibt es eine Gedenkfeier für Hatun Sürücü am damaligen Tatort, Oberlandgarten 1 in Tempelhof.


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