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Geländeerweiterung: Kompromiss zum Mauerpark geplatzt

Massive Neubauten am Rand des Mauerparks: Anwohner lehnen das ab.

Massive Neubauten am Rand des Mauerparks: Anwohner lehnen das ab.

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CA Immo

Berlin -

Der Mauerpark zwischen Wedding und Prenzlauer Berg soll um fünf Hektar erweitert werden. Soweit die gute Nachricht, die der Bezirk Mitte zusammen mit dem Senat im Frühjahr verkündete. Um welchen Preis dies erfolgen soll, wird für die Anwohner und Bürgerinitiativen jedoch erst jetzt deutlich. Denn das Gebiet nördlich des Gleimtunnels soll massiver bebaut werden als bislang vorgesehen. Statt 400 bis 500 Wohnungen sollen auf dem 3,5 Hektar großen Gelände, das dem Immobilienunternehmen CA Immo aus Wien gehört, nun sogar 600 Wohnungen errichtet werden können. Das sieht ein Beschluss zum Bebauungsplan vor, den SPD und CDU in Mitte überraschend gefasst haben.

Die rot-schwarze Koalition im Bezirk setzt damit einen Kompromiss außer Kraft, der nach zähem Ringen mit den Bürgern gefunden worden war. So sollte das Wohngebiet parkverträglich sein und die Zahl der Wohnungen begrenzt werden. Zudem sollte es einen 25 Meter breiten Grünstreifen zwischen dem Wohngebiet und dem Kinderbauernhof geben. Auch Kaltluftschneisen waren vorgesehen. Gleichzeitig hatte der Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Christian Gaebler (SPD), bekräftigt, dass das Land für die Erweiterung des Mauerparks fünf Hektar Fläche südlich des Gleimtunnels ankauft.

„Der neue Beschluss ist jetzt aber eine Katastrophe“, sagt Alexander Puell von der Initiative Freunde des Mauerparks. „Das Wohngebiet wird ein riesengroßer Betonklotz.“ Gegen die massive Bebauung des Nordens hatten sich die Anwohner immer ausgesprochen. Viele forderten sogar, dass auch diese Flächen in den Mauerpark integriert und Grünflächen gestaltet werden sollen. Sie konnten sich aber nicht durchsetzen.

„Es ist ein Skandal, was hier mit dem Wohngebiet passiert“, sagt auch Rainer Krüger, Sprecher der Bürgerwerkstatt. „Der Bürgerwille wird völlig außer Kraft gesetzt, wir fühlen uns hintergangen.“

SPD und CDU wollen mit ihrem Beschluss nun offenbar ermöglichen, dass der Entwurf aus einem städtebaulichen Wettbewerb zu dem Wohngebiet, den die CA Immo vor zwei Jahren veranstaltet hat, auch realisiert werden kann. Zudem ist vorgesehen, dass Gewerbetreibende wie der Mauersegler an der Bernauer Straße ihre etwa zwei Hektar großen Flächen kaufen können. Auch der Flohmarkt soll bleiben.


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