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Gentechnik Forschung: Umstritten: Über 30 Gentechnik-Anlagen in Brandenburg

In Brandenburg wird an zahlreichen Standorten zu den Einsatzmöglichkeiten moderner Gentechnik geforscht. Insgesamt gibt es landesweit über 30 gentechnische Anlagen, wie aus einer aktuellen Liste des Umweltministeriums (Stand 25. Juli 2013) in Potsdam hervorgeht.

Danach werden die Anlagen insbesondere von Forschungsunternehmen betrieben. Die Firma Bioline in Luckenwalde etwa produziert Enzyme und Reagenzien für die Molekularbiologie. Das Unternehmen Celltrend forscht nach eigenen Angaben im Auftrag der pharmazeutischen Industrie. Aber auch das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF), das Institut für Agrartechnik, das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau und das Länderinstitut für Bienenkunde unterhalten in Brandenburg gentechnische Anlagen. Hinzu kommen wissenschaftliche Anlagen der Universität Potsdam, der Hochschule Lausitz und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung.

Auch in freier Natur

Die Gentechnik ist in Brandenburg nicht unumstritten. Es gibt verschiedene Initiativen gegen deren Anwendung und Erforschung, etwa das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg. Auch der Landtag beschloss im Herbst 2011, dass die märkische Landwirtschaft möglichst frei von Gentechnik bleiben soll. Das Parlament forderte die Landesregierung aber auch auf, die Erforschung von Chancen und Risiken moderner Gentechnik weiter zu unterstützen - als Experiment auch in freier Natur.

Einen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gebe es in Brandenburg seit 2009 nicht mehr, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Damals hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den Anbau von Genmais der Sorte MON 810 des US-Konzerns Monsanto wegen unklarer Risiken verboten. Die Sprecherin des Potsdamer Umweltministeriums verwies gleichzeitig auf die insgesamt sieben gentechnikfreien Regionen in Brandenburg. Sie deckten über 120.000 Hektar Agrarfläche ab und würden von 310 Landwirten getragen - hier sei Brandenburg Vorreiter zusammen mit dem Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern.

Kritik vom BUND

Kritik an der Landesregierung äußerte der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Die lange Liste der gentechnischen Anlagen in der Mark zeige, dass Rot-Rot nicht grundsätzlich Abstand von der umstrittenen Gentechnik nehme, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Axel Kruschat. Im Gegenteil: Über 30 Forschungsanlagen seien ein Indiz dafür, dass Gentechnik in der Mark eine erhebliche Rolle spiele. Kruschat forderte die Landesregierung auf, sich deutlicher gegen die Gentechnik zu positionieren, etwa indem man in Brüssel auf ein EU-weites Anbauverbot von gentechnisch veränderten Pflanzen dränge. Auf die sieben gentechnikfreien Regionen zu verweisen, sei dagegen bloß eine „PR-Masche“, meinte Kruschat.

Das Umweltministerium wies die Kritik zurück. Gentechnikfreier Anbau in der Landwirtschaft und gentechnische Forschung und Entwicklung seien voneinander zu trennen, da sie „unterschiedliche Politikfelder“ beträfen, erklärte die Sprecherin. „Rückschlüsse von einem auf das andere wären sinnfrei.“



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