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GEW-Ankündigung: Lehrerstreik womöglich schon im Januar

Die Hälfte der Berliner Lehrer sind nicht verbeamtet - und könnten schon bald streiken.

Die Hälfte der Berliner Lehrer sind nicht verbeamtet - und könnten schon bald streiken.

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dpa/Patrick Pleul

Die Berliner Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwägt einen Lehrerstreik noch im Januar. Darüber werden am Donnerstag die Tarifkommission und dann am Montagabend abschließend der Landesvorstand bestimmten, teilte die GEW-Tarifexperte Udo Mertens am Mittwoch mit.

Mehr als die Hälfte der 30.000 Berliner Lehrer sind angestellt und nicht mehr verbeamtet - alle angestellten Lehrer dürfen streiken. „In Zeiten der Zeugnisvergabe und der wachsenden Zahl von Willkommensklassen würde dieser Streik auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler ausgetragen“, hielt Beate Stoffers, Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), diesen Plänen entgegen.

Neuer Tarifvertrag gefordert

Im Kern verlangt die GEW, dass das Land Berlin einen eigenen Tarifvertrag für seine angestellten Lehrer abschließt. Darin soll eine Angleichung des Nettogehaltes der angestellten Lehrer an das der Beamten festgeschrieben werden. Gespräche darüber hatte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) aber abgelehnt. Die Tarifgemeinschaft der Länder habe sich darauf verständigt, dass kein Bundesland einen eigenen Tarifvertrag für seine angestellten Lehrer abschließen dürfte.

Berlin verbeamtet seine Lehrer seit 2003 nicht mehr. Beamte zahlen keine Sozial- und Rentenabgaben und verdienen daher netto deutlich mehr als die angestellten Lehrer. Nach den Lehrerstreiks 2013 hatten man sich auf Bundesebene auf eine Entgeltordnung geeinigt, die zwar eine Tariferhöhung, aber keine eigene Eingruppierung für die angestellten Lehrer vorsah.

Die Berliner GEW lehnte dies ab, allerdings trat die Regelung auch in Berlin in Kraft, weil die Splittergewerkschaft des Beamtenbundes, die dbb-tarifunion, der Entgeltordnung dennoch zustimmte. „Wir sagen Nein zu einer Entgeltordnung, die einseitig die Nachteile des Beamtenstatus auf die angestellten Lehrer überträgt und ihnen die Vorteile vorenthält“, sagte GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik.



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