blz_logo12,9

Gewaltvorfälle an Schulen: Gewalt an Berliner Schulen nimmt zu

Überwiegend werden Jungs gewalttätig.

Überwiegend werden Jungs gewalttätig.

Foto:

dpa

Berlin -

Die Berliner Schulen haben im vergangenen Schuljahr mehr Gewaltvorfälle gemeldet. Besonders deutlich war der Anstieg bei Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten unter Schülern. Hier wuchs die Zahl innerhalb von zwei Jahren von 876 auf 1 418 Vorfälle. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich eine Steigerung um 216 Fälle. Dazu muss man allerdings wissen, dass die Schulen gerade diese Beleidigungen und Tätlichkeiten nicht zwingend melden müssen. Seit ein paar Jahren bereits erfolgt die Meldung vom Fällen der Gefährdungsstufe I freiwillig. Das soll die Schulleitungen entlasten.

Für den drastischen Anstieg der freiwilligen Meldungen hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) eine Erklärung. „Die Schulen reagieren hier offenbar sensibler und melden sich, wenn sie zum Beispiel die Hilfe von Schulpsychologen brauchen“, sagte sie. Mit anderen Worten: Durch die freiwilligen Meldungen holen sie sich die Hilfe, die sie vor Ort nicht haben. Dafür spricht, dass auch die Anzahl der gemeldeten Suizidankündigungen angestiegen ist. Auch diese Meldung ist freiwillig.

Auch die Zahl der Bedrohungen steigt an

Insgesamt registrierte die Bildungsverwaltung 2400 gemeldete Vorfälle, das waren 545 mehr als vor zwei Jahren. Gewaltvorfälle, die zur Gefährdungsstufe II und III zählen, müssen zwingend gemeldet werden. Zur Stufe II gehört etwa die schwere körperliche Gewalt, die im vergangenen Schuljahr leicht auf 443 Vorfälle angestiegen ist. Das heißt: In jeder zweiten Schule gab es einen Vorfall, bei dem Schüler bei Schlägereien verletzt wurden. Vor zwei Jahren lag der Wert aber mit 586 Fällen noch deutlich höher.

Die Anzahl der Bedrohungen stieg ebenfalls, während sich die Zahl der registrierten Amokdrohungen mit 17 Fällen auf einem niedrigen Niveau eingependelt hat. Schulpsychologen erklären sich das damit, dass die Medien zuletzt weniger über Amokläufe berichtet haben. Die Zahl sexueller Übergriffe unter Schülern blieb mit 51 Fällen ebenfalls auf dem Niveau der Vorjahre. In der Gefährdungsstufe III gab es im vergangenen Jahr nur neun Vorfälle: Vier Brandfälle, in vier Fällen kamen Waffen zum Einsatz und einmal ging es um einen Sprengsatz.

Eigens ausgewiesen werden die Übergriffe auf das Schulpersonal, wenn also Lehrer, Hausmeister oder Erzieher massiv angegangen oder gar geschlagen werden. Im Schuljahr 2012/13 wurden hier 439 Fälle registriert, 25 weniger als im Vorjahr, aber deutlich mehr als in den vorangegangenen Jahren.