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Gleichstellungsdebatte: Schwules CDU-Mitglied wirft hin

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Sollte der Austritt von Ronny Pohle aus der CDU Schule machen, dann könnten bald noch mehr Plätze in der Partei leer werden.
Sollte der Austritt von Ronny Pohle aus der CDU Schule machen, dann könnten bald noch mehr Plätze in der Partei leer werden.
Foto: dpa
Berlin –  

Die CDU hat die steuerliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen abgelehnt. Nun wirft ein prominentes, homosexuelles Parteimitglied deswegen hin: Der Berliner Ronny Pohle hat am Donnerstag seinen Austritt aus der CDU erklärt.

Nachdem der CDU-Bundesparteitag einen Antrag auf steuerrechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen abgelehnt hat, wirft nun ein namhaftes CDU-Mitglied hin. Der Berliner Ronny Pohle, Mitglied im Bundesvorstand der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), erklärte am Donnerstag nach acht Jahren seinen Austritt.

Der 31-Jährige wirft der Parteiführung vor, die Lebensrealität von Lesben und Schwulen zu ignorieren. „Statt gestalterisch tätig zu werden – und diesen Anspruch habe ich an eine Volkspartei – wartet sie nun gelassen auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts“, schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Es werde eine Scheindebatte geführt, um „vermeintlich konservatives Profil“ zu schärfen, fügte er hinzu.

In einem Foto sieht man den zerrissenen Mitgliedsausweis der CDU. Pohle hat nach eigenen Angaben seinen Ortsvereins-Vorsitzenden in Pankow über den Entschluss informiert. Die Kreisgeschäftsstelle konnte den Austritt aber noch nicht bestätigen.

Die ehemaligen Parteifreunde äußerten sich verhalten zu dem plötzlichen Austritt, einige werfen Ronny Pohle Profilierungssucht vor. Matthias Steuckardt, Vorsitzender der Berliner LSU, kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Er sieht den Parteitag unterm Strich positiv. „Ich bin dankbar, dass der Antrag überhaupt soviel Zuspruch bekommen hat, das wäre vor fünf Jahren in der CDU undenkbar gewesen.“ Die Initiatoren, darunter der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, brachten ein Drittel aller Delegierten hinter sich. Zahlreiche Unterstützer hatten den Antrag unterschrieben, darunter der Landesparteichef Frank Henkel.

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