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Görlitzer Park: Polizisten nach Prügelattacke verurteilt

Uniformierte Streifen sollen den Drogenhandel im Park eindämmen.

Uniformierte Streifen sollen den Drogenhandel im Park eindämmen.

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dpa/P. Zinken

Zwei Berliner Polizisten sollen nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung Geldstrafen von jeweils 7500 Euro zahlen. Ein Amtsgericht sah es am Dienstag als erwiesen an, dass die 28 und 29 Jahre alten Beamten am Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg einen angeblichen Drogendealer und kurz darauf einen 34-jährigen Zeugen der ersten Prügelszene attackiert hatten. Die Beamten waren bei dem Vorfall im September 2013 außer Dienst und erheblich betrunken.

Beide hätten das erste Opfer verfolgt, getreten und geschlagen, hieß es im Urteil. Auch das zweite Opfer, das von einem möglicherweise rassistisch motivierten Angriff auf den dunkelhäutigen Mann ausgegangen war und helfen wollte, sei getreten worden. Die Situation sei eskaliert.

Disziplinarverfahren folgt

Die Beamten wurden der gefährlichen Körperverletzung sowie der versuchten Körperverletzung im Amt schuldig gesprochen. Bei der Strafhöhe berücksichtigte die Richterin, dass auf die Polizisten noch ein Disziplinarverfahren zukommen werde. Die Staatsanwaltschaft hatte auf je elf Monate Haft auf Bewährung plädiert.

Die Polizisten waren nach einer Zechtour von einem dunkelhäutigen Mann angesprochen worden. Dieser habe ihnen Drogen zum Kauf angeboten, erklärten die Beamten im Prozess. Sie hätten ihn trotz ihrer Trunkenheit festnehmen, aber niemanden verletzen wollen. Bei dem Geschehen seien sie aber angegriffen worden. Ihre Verteidiger plädierten auf Freispruch. Es wird mit Rechtsmitteln gegen das Urteil gerechnet. (dpa)


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